Unsere TCFD-Berichterstattung (Task Force on Climate-related Disclosures) für 2024 beschreibt klimabezogene Risiken und Chancen, die sich auf unser Unternehmen auswirken. Wir erläutern darin die potenziellen Auswirkungen verschiedener Klimawandelszenarien auf unsere Geschäftstätigkeit; zudem beschreiben wir unsere Strategie zur Bewältigung dieser Herausforderungen. Dabei betonen wir angesichts stets neuer Herausforderungen unser Engagement für Resilienz.
Die Struktur unseres Berichts folgt den Empfehlungen der TCFD. Dementsprechend umfasst dieser Bericht unsere Governance-Strukturen, unsere Strategie, unser Risikomanagement, unsere Resilienzbewertung, Kennzahlen und Ziele sowie eine Zusammenfassung unserer umweltbezogenen Leistungsindikatoren. Weitere Informationen zu unserer Klimaszenarioanalyse finden sich in unserer Nachhaltigkeitserklärung unter E1.
Governance
Rollen und Verantwortlichkeiten bei der Klimastrategie
Unsere Geschäftsleitung ist konzernübergreifend für unsere Nachhaltigkeitsstrategie verantwortlich; das umfasst auch klimabezogene Themen, beispielsweise die Festlegung unserer Klimaschutzziele. Alle Geschäftsleitungsmitglieder sind innerhalb ihres jeweiligen Zuständigkeitsbereichs auch für Nachhaltigkeit verantwortlich, überprüfen die festgelegten Prioritäten und entscheiden über die Umsetzung von Initiativen.
Das Merck Sustainability Board unter Federführung des Mitglieds der Geschäftsleitung und CEO von Healthcare steuert und kontrolliert die Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie. Es gleicht sie mit den einzelnen Unternehmensstrategien ab, definiert Prioritäten und legt konzernweit gültige Nachhaltigkeitsrichtlinien fest. Darüber hinaus ist das Gremium dafür verantwortlich, klimabezogene Aspekte in die Unternehmensstrategie zu integrieren und die Fortschritte bei der Erreichung klimabezogener Unternehmensziele zu überwachen:
Bis 2030 wollen wir unsere direkten (Scope 1) und indirekten (Scope 2) Treibhausgasemissionen um jeweils 50 % gegenüber dem Basisjahr 2020 senken. Darüber hinaus wollen wir unsere Scope-3-Emissionen über die gesamte Wertschöpfungskette bis 2030 um 52 % gegenüber 2020 (gemessen in Tonnen CO2eq pro Mio. € Bruttoergebnis) senken. Diese Ziele wurden von der Science Based Target initiative (SBTi) genehmigt.
Koordinierte Aufsicht über Nachhaltigkeit
Das Merck Sustainability Board setzt sich aus Vertretern unserer Unternehmensbereiche sowie wichtiger Konzernfunktionen wie Einkauf und Kommunikation sowie Controlling und Risikomanagement zusammen. Mitglieder aus Europa, den USA und Asien liefern Informationen zu nationalen Nachhaltigkeitsaspekten. Das Merck Sustainability Board stellt sicher, dass die Initiativen unserer verschiedenen Unternehmensbereiche, Konzernfunktionen und Landesgesellschaften mit der konzernweiten Nachhaltigkeitsstrategie übereinstimmen; es empfiehlt der Geschäftsleitung entsprechende Initiativen.
Group Corporate Sustainability ist für die Koordination des Merck Sustainability Board verantwortlich. Den Vorsitz hat die Leiterin von Corporate Sustainability, Quality and Trade Compliance (SQ) inne, die gleichzeitig die Rolle des Chief Sustainability Officers ausfüllt. Das Merck Sustainability Board tagt monatlich; eine Bewertung bezüglich zentraler Leistungsindikatoren erfolgt vierteljährlich. Darüber hinaus koordiniert und steuert SQ die Aktivitäten zur Umsetzung unseres Klimaschutzprogramms, damit wir unsere Klimaziele 2030 und 2040 erreichen. Beispielsweise kontrolliert SQ über eine zentrale IT-Plattform regelmäßig die Treibhausgasemissionen und verfolgt die Umsetzung von Projekten zur Energieeffizienz und Reduktion von Treibhausgasemissionen.
Unsere Governance-Struktur
Klimabezogene Aspekte bei der Vergütung
Klimabezogene Aspekte sind ein integraler Bestandteil der Vergütung unserer Mitglieder der Verwaltungs- und Leitungsorgane. Insbesondere wird die Leistung der Geschäftsleitung anhand der Ziele zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen bewertet. Weitere Informationen zu klimabezogenen Aspekten bei der Vergütung finden sich in Nachhaltigkeitserklärung unter E1-1.
Strategie
Klimaresilienzanalyse
Die Klimaresilienzanalyse ist ein entscheidendes Instrument, um die Risiken und Chancen des Klimawandels auf unsere Geschäftstätigkeit zu identifizieren und zu bewerten. Im Berichtsjahr 2022 führten wir eine qualitative Bewertung der Klimarisiken und – vulnerabilität unserer eigenen Geschäftsaktivitäten sowie unserer vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette durch. Basierend auf dem TCFD-Rahmenwerk ergänzten wir in den Jahren 2023 und 2024 diese ursprünglichen Ergebnisse um eine quantitative Klimaszenarioanalyse für unsere vorgelagerte Wertschöpfungskette – und unsere eigenen Geschäftsaktivitäten. Die nachgelagerte Wertschöpfungskette betrachteten wir dabei nicht. Mithilfe dieser Analyse identifizierten wir klimabezogene Risiken und Chancen für zwei potenzielle Klimapfade: einem 1,5 °C-Szenario, das mit dem Pariser Klimaabkommen übereinstimmt und einem IPCC-basierten 4,0 °C-Szenario bis 2050. Die Analyse umfasste sowohl transitorische als auch physische Risiken und Chancen, die sich auf unsere Geschäftstätigkeiten beziehen. Wir konzentrieren uns auf die Zeithorizonte 2030 und 2050, um uns an den wichtigsten Meilensteinen der globalen Klimapolitik und unseren internen Nachhaltigkeitszielen zu orientieren.
Klimarisiken und -chancen lassen sich definieren als potenzielle finanzielle Auswirkungen infolge des Klimawandels. Sie werden den folgenden Kategorien zugeordnet:
Unterscheidung physischer und transitorischer Risiken und Chancen
Ergebnisse
Die Klimaresilienzanalyse zeigt, dass wir gut positioniert sind, um unsere Strategie und unser Geschäftsmodell an den Klimawandel anzupassen. Wichtige Aspekte umfassen die Verwaltung der Vermögenswerte, die Verlagerung von Produkten und Dienstleistungen sowie die Demonstration von Resilienz durch die Sicherstellung eines kontinuierlichen Zugangs zu Finanzmitteln in der Zukunft. Über einen Zeithorizont bis 2050 haben wir festgestellt, dass die Auswirkungen physischer Risiken auf unsere Standorte bei einem 4 °C-Szenario begrenzt sind. Die Analyse der transitorischen Risiken lieferte wertvolle Erkenntnisse, die in unsere laufenden strategischen Planungen und Anpassungsbemühungen einfließen. Zukünftig werden wir daran arbeiten, die Klimaresilienzanalyse mit unserem Übergangsplan zu verknüpfen, um klimabezogene Themen noch stärker in unsere Entscheidungsfindung und Strategie zu integrieren.
Die wichtigsten physischen Risiken nach Regionen
Wichtigste identifizierte transitorische Risiken
Wichtigste identifizierte transitorische Chancen
CO2-Bepreisung
Während die Treibhausgasemissionen generell in unseren F&E- und Produktentwicklungsprozessen berücksichtigt werden, gilt für größere Investitionsprojekte eine spezielle interne CO2-Bepreisung. Bei den entsprechenden Investitionsprojekten nutzen wir einen Schattenpreis von 100 € pro Tonne CO2, der weltweit angewendet wird. Dieser Preis orientiert sich an den Leitlinien des EU-Emissionshandelssystems (EU ETS) zur Überwachung des CO2-Preises und wurde auch durch eine Peer-Review-Analyse ermittelt. Auf diese Weise wollen wir sicherstellen, dass Kriterien für Treibhausgasemissionen in einer frühen Phase der Projektkonzeption einbezogen werden. Die Vorgehensweise kommt für Investitionsprojekte mit einem Volumen von mehr als 10 Mio. € zur Anwendung und für solche Projekte mit einem Volumen von mehr als 2 Mio. €, die eine hohe Nachhaltigkeitswirkung haben.
Risikomanagement
Wir entwickeln derzeit eine umfassende Risikomanagementstrategie, um unsere Fähigkeit zu stärken, uns an klimabedingten Herausforderungen und Chancen anzupassen. Weitere Informationen zu unseren Maßnahmen und Mitteln, die für Klimainitiativen bereitgestellt werden, finden sich in unseremr Geschäftsbericht Nachhaltigkeitserklärung unter E1-3.
Kennzahlen und Ziele
Wir sind bestrebt transparent hinsichtlich unserer ökologischen Ziele und der Auswirkungen des Klimawandels auf unser Unternehmen zu berichten. Um unsere langfristige Klimastrategie umzusetzen, konzentrieren wir uns darauf, unsere Auswirkungen durch Treibhausgasemissionen zu reduzieren und unsere Resilienz zu stärken. Kennzahlen und Ziele sind wichtige Instrumente, mit denen wir Fortschritte beim Erreichen unserer ökologischen Ziele messen und nachverfolgen. Daher legten wir konkrete Ziele und Kennzahlen fest, um unsere umweltbezogenen Leistungsindikatoren zu messen und zu verbessern. Weitere Informationen hierzu finden sich in unserer Nachhaltigkeitserklärung unter E1.