Interessen und Standpunkte unserer Stakeholder (SBM-2)

Der Austausch mit unseren verschiedenen Stakeholdern ist entscheidend für uns. Im Dialog mit ihnen machen wir unsere Entscheidungen und unser Handeln transparent, um die Akzeptanz für unsere Geschäftstätigkeit zu erhöhen. Unser Ziel ist es, unterschiedliche Interessen möglichst in Einklang zu bringen, Vertrauen aufzubauen und langfristig zu erhalten. Wir führen einen kontinuierlichen Dialog mit unseren Stakeholdern und nutzen diesen Austausch, um Trends und Entwicklungen in der Gesellschaft und in unseren Geschäftsfeldern zu erkennen und in unseren Nachhaltigkeitsbestrebungen zu berücksichtigen. Wir führen regelmäßig eine systematische Wesentlichkeitsanalyse durch, die uns Anhaltspunkte zu Stakeholder-Erwartungen gibt. Auf diese Weise identifizieren wir die wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Themen, die für unsere Anspruchsgruppen bedeutend sind – und somit auch für uns.

Für die Interaktion mit bestimmten Stakeholdern haben wir Policies und Grundsätze festgelegt. Dabei steht stets das regelkonforme Handeln im Vordergrund. Beispielsweise haben wir interne Policies und Überprüfungsprozesse für die Beziehung zu Patienten, für Interaktionen im Gesundheitswesen sowie für Geschäftspartnerschaften definiert.

Unsere wichtigsten Stakeholder:

  • Aktionäre
  • Arbeitnehmervertretungen
  • Aufsichtsbehörden
  • Familie Merck
  • Gemeinden
  • Gesundheitssysteme
  • Kunden
  • Medien
  • Mitarbeitende
  • Nichtregierungsorganisationen (NGOs)
  • Patientenorganisationen
  • Patienten
  • Verbände/politische Entscheidungsträger
  • Vertriebs- und Geschäftspartner
  • Wettbewerber
  • Wissenschaftler
  • Zulieferer

Die Interaktion mit unseren Stakeholdern ist dezentral organisiert – basierend auf Geschäftsanforderungen, rechtlichen Rahmenbedingungen (zum Beispiel Interaktion mit Patientinnen und Patienten oder politischen Entscheidungsträgern), Relevanz und Art der Interaktion. Mit unseren Stakeholdern kommunizieren wir regelmäßig über verschiedene Formate: Wir führen Stakeholder-Befragungen durch oder veranstalten themenspezifische Dialoge auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene. Zudem tauschen wir uns in Gesprächs- und Informationsforen oder im Zuge unserer Interessenvertretung (Advocacy) sowie unserer Verbandsarbeit aus.

Für uns sind die Interessen, Ansichten und Rechte unserer Belegschaft integrale Bestandteile unserer Strategie und unseres Geschäftsmodells. Wir stehen in regelmäßigem Dialog mit unseren Mitarbeitenden, beispielsweise durch Umfragen oder Mitarbeitergruppen (Employee Resource Groups, ERGs), um Einblicke in ihre Bedürfnisse und Anliegen zu erhalten. Dieses Feedback fließt direkt in unsere Policies und Initiativen ein, die darauf abzielen, das Wohlergehen, die Vielfalt und die Inklusion der Mitarbeitenden kontinuierlich zu verbessern. Durch die Integration der Perspektiven unserer Mitarbeitenden in unsere Entscheidungsprozesse möchten wir sicherstellen, dass unser Geschäftsmodell nicht nur die finanzielle Leistung fördert, sondern auch eine Kultur des Respekts und der Eigenverantwortung unterstützt.

Unser Anspruch ist es, dass sich unsere Mitarbeitenden im Unternehmen eingebunden und zugehörig fühlen. Deshalb verfolgen wir unseren Ansatz zu Vielfalt, Chancengleichheit, Inklusion und Zugehörigkeit (Diversity, Equity, Inclusion and Belonging, DEIB) mit dem gleichen Nachdruck wie unsere anderen konzernweiten Unternehmensziele. Wir möchten unsere Mitarbeitenden beispielsweise dabei unterstützen, ihr volles Potenzial auszuschöpfen – unabhängig von geschlechtlicher Identität, Kultur, ethnischer Herkunft, Religion und Glaube, sexueller Orientierung, Nationalität, sozioökonomischem Status, Familienstand, Alter, Mentalität oder politischer Überzeugung. Auch die Sprache einer Person, ein möglicher Grad der Behinderung oder Veteranenstatus spielen keine Rolle. Wir sind davon überzeugt, dass unser DEIB-Ansatz den Fortschritt fördert, unsere Innovationsfähigkeit in allen Unternehmensbereichen stärkt und unsere Bemühungen unterstützt, in den Gemeinden, in denen wir leben und arbeiten, positive Veränderungen zu bewirken.

In unserer Human Rights Charter und ergänzenden Policies legen wir unser Engagement für die Wahrung der Rechte unserer Mitarbeitenden dar, mit dem wir ein sicheres, gerechtes und inklusives Arbeitsumfeld gewährleisten wollen. So betont beispielsweise unsere Social and Labor Standards Policy, dass unser Unternehmen keinerlei Form von Diskriminierung, körperlicher oder verbaler Belästigung oder Intoleranz toleriert. Wir führen regelmäßige Risikobewertungen durch, um potenzielle Menschenrechtsrisiken innerhalb unserer Belegschaft zu identifizieren und zu mindern. Weitere Informationen zur eigenen Belegschaft sind in S1 zu finden.

In Bezug auf die Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette haben wir uns zum Ziel gesetzt, sicherzustellen, dass es in unseren eigenen Geschäftstätigkeiten und bei unseren Lieferanten oder Geschäftspartnern zu keinen Menschenrechtsverletzungen kommt. Unser Engagement für die Menschenrechte der Arbeitskräfte in unserer Wertschöpfungskette spiegelt sich in unseren jeweiligen Policies wider. Als ein Schlüsselelement unseres Ansatzes haben wir unsere Leitlinie zur Einkaufs-Strategie angepasst, um Nachhaltigkeitskriterien in unsere Entscheidungsprozesse zu integrieren. Dies wirkt sich auf unsere Prozesse zur Lieferantenauswahl sowie auf die Bewertung der Lieferantenleistung aus. Darüber hinaus sind wir aktive Mitglieder in Multi-Stakeholder-Gruppen, um uns über die Interessen der Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette aus bestimmten Bereichen auszutauschen und diese zu berücksichtigen. Wir führen regelmäßige Audits durch und bieten Schulungen für Lieferanten an, durch die wir sicherstellen wollen, dass unsere Lieferanten ihren menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten nachkommen. Weitere Informationen zu unseren Maßnahmen und Initiativen in Bezug auf Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette sind in S2 zu finden.

In Bezug auf Verbraucher und Endnutzer wollen wir qualitativ hochwertige klinische Forschung betreiben, die mit geltenden Gesetzen und Bestimmungen im Einklang steht. Wir legen konzernweite Anforderungen fest, die sicherstellen sollen, dass wir bei unseren klinischen Studien hohe ethische und wissenschaftliche Standards einhalten. An oberster Stelle stehen für uns die Sicherheit, das Wohlergehen, die Würde sowie die Rechte der erkrankten und gesunden Menschen, die an unseren klinischen Studien teilnehmen. Sobald unsere Produkte auf dem Markt erhältlich sind, können sie nur mit einem ärztlichen Rezept in einer Apotheke erworben werden. So soll die sichere Anwendung unserer Medikamente für unsere Endverbraucher gewährleistet werden, da der Zugang zum Medikament nur gewährt wird, wenn dies medizinisch gerechtfertigt ist. Wir möchten sicherstellen, dass unsere Produkte bei der Bekämpfung einer Krankheit wirksam sind und gleichzeitig das geringstmögliche Risiko für die Endnutzer darstellen.

Darüber hinaus priorisieren wir den Zugang zu unseren Produkten und Dienstleistungen sowie den Zugang zu (hochwertigen) Informationen auf der Grundlage ihrer Auswirkungen auf die Patientinnen und Patienten – insbesondere in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen. Wir konzentrieren uns auf Bezahlbarkeit, Verfügbarkeit und Zugänglichkeit. Neben dem Zugang zu unserem Healthcare-Portfolio konzentriert sich unsere Zugangsstrategie auch auf Krankheiten, von denen bedürftige Bevölkerungsgruppen unverhältnismäßig stark betroffen sind. Unser Ansatz umfasst eine enge Zusammenarbeit mit den Regierungen verschiedener Länder, internationalen Organisationen und anderen Stakeholdern. Im Rahmen des Zugangs zu (hochwertigen) Informationen konzentriert sich unser Geschäftsmodell auf die Stärkung des Gesundheitswesens und der lokalen Gesundheitsfähigkeiten, indem wir Fachwissen und Fähigkeiten der wissenschaftlichen und medizinischen Fachkräfte durch ein Expertennetzwerk verbessern wollen. Weitere Informationen zu den Verfahren zur Einbeziehung von Verbrauchern und Endnutzern sind in S4 zu finden.  

Um ein umfassendes Verständnis unserer internen und externen Stakeholder zu erhalten, haben wir im Rahmen der Wesentlichkeitsanalyse Stakeholder und Nutzer von Nachhaltigkeitsberichten identifiziert und klassifiziert. Weitere Informationen finden sich in der Prozessbeschreibung zur Ermittlung und Bewertung unserer wesentlichen IROs unter Schritt 3 „Auflistung und Einbindung relevanter Stakeholder“.

Information der Verwaltungs-, Leitungs- und Aufsichtsorgane über die Standpunkte und Interessen der betroffenen Stakeholder bezüglich der nachhaltigkeitsbezogenen Auswirkungen des Unternehmens

Unsere Geschäftsleitung trägt die konzernweite Verantwortung für unsere Nachhaltigkeitsstrategie. Sie verabschiedete im Geschäftsjahr 2020 unsere drei strategischen Nachhaltigkeitsziele. Die Einheit Group Corporate Sustainability ist für die Entwicklung und Ausgestaltung der Nachhaltigkeitsstrategie zuständig und informiert die Geschäftsleitung mindestens einmal jährlich über Fortschritte und Handlungsbedarf. Group Corporate Sustainability ist Teil der Konzernfunktion Corporate Sustainability, Quality and Trade Compliance (SQ) und ist dem CEO des Unternehmensbereichs Healthcare – stellvertretend für die gesamte Geschäftsleitung – unterstellt. Auf Geschäftsleitungsebene liegt die Verantwortung für Environment, Social, Governance (ESG) ebenfalls beim CEO des Unternehmensbereichs Healthcare. Die Head of SQ fungiert auch als Chief Sustainability Officer. Sie informiert die Geschäftsleitung über relevante Nachhaltigkeitsthemen zum Beispiel zum Klimaschutz.

Group Corporate Sustainability ist auch für die Koordination des Merck Sustainability Board (MSB) verantwortlich, dessen Vorsitz die Head of SQ innehat. Das Gremium setzt sich aus Vertretern unserer Unternehmensbereiche und wichtiger Konzernfunktionen wie Beschaffung, Kommunikation und Controlling zusammen. Mitglieder der Geschäftsleitung können an den Sitzungen des MSB teilnehmen.

Das MSB steuert und überwacht die konzernweite Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie, definiert Prioritäten und legt weltweit gültige Nachhaltigkeitsrichtlinien fest. Darüber hinaus stellt das MSB sicher, dass die Initiativen unserer verschiedenen Unternehmensbereiche, Konzernfunktionen und Tochtergesellschaften mit unserer globalen Nachhaltigkeitsstrategie in Einklang stehen. Außerdem empfiehlt es der Geschäftsleitung entsprechende Initiativen. Jedes Mitglied der Geschäftsleitung ist in seinem Zuständigkeitsbereich auch für Nachhaltigkeit verantwortlich, überprüft die gesetzten Prioritäten und entscheidet über die Umsetzung von Initiativen.

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