Strategie, Geschäftsmodell und Wertschöpfungskette (SBM-1)

Verantwortungsvoll zu handeln ist in unserer Unternehmenskultur tief verankert. Dazu zählt etwa, dass wir die Interessen sowohl unserer Mitarbeitenden als auch der verschiedenen Kundenkreise, der Kapitalgeber sowie der Gesellschaft achten. Unser Ziel ist es, Fragen der Sicherheit und ethischen Aspekten die gleiche Bedeutung beizumessen wie dem wirtschaftlichen Erfolg. Es ist unser Anspruch, ethische, wirtschaftliche, umweltbezogene und soziale Risiken weitestmöglich zu reduzieren. Wir integrieren Nachhaltigkeit in den Innovationsprozess und in alle Schritte der Wertschöpfungskette. Bereits heute tragen unsere Produkte zum menschlichen Fortschritt und zur weltweiten Gesundheit bei – allen voran unsere Arzneimittel sowie unsere biologischen und chemischen Innovationen, die auf den neuesten Technologien beruhen.

Bei der Produktentwicklung haben wir den kompletten Lebenszyklus inklusive der Entsorgung im Blick. Wir wollen den Ansatz, wie wir unsere Fortschritte messen, kontinuierlich verbessern. Dazu passen wir ihn an aktuelle sowie zukünftige gesetzliche Vorschriften an und integrieren nachhaltigkeitsbezogene quantitative Kriterien in die Produktentwicklungsprozesse aller Unternehmensbereiche. Bei unseren Prozessen in Forschung- und Entwicklung (F&E) arbeiten wir darauf hin, Kriterien für Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft kontinuierlich zu schärfen und zu integrieren. Ziel ist es, die Nachhaltigkeitsperformance unserer Produkte und unseres Portfolios zu bewerten. Dies ermöglicht es uns, nachhaltigere Produkte für unsere Kundenunternehmen und die Gesellschaft zu gestalten. Mit Produkten, die umfassende Nachhaltigkeitskriterien erfüllen, tragen wir auch dazu bei, dass die von uns belieferten Firmen ihre Nachhaltigkeitsziele erreichen können. Weitere Information finden sich in E5.

Wir haben es uns zudem zur Aufgabe gemacht, die gesundheitliche Chancengleichheit zu fördern und dazu beizutragen, den global ungleichen Zugang zur Gesundheitsversorgung zu verringern. Wir verstehen gesundheitliche Chancengleichheit als eine gemeinsame Anstrengung, um sicherzustellen, dass alle Menschen, unabhängig von sozioökonomischen, geografischen oder anderen Unterschieden, die bestmögliche Versorgung erhalten können. Wir arbeiten mit Partnern zusammen, um die damit zusammenhängenden komplexen Herausforderungen zu bewältigen, und sind bestrebt, die Interessen und Perspektiven unserer Stakeholder systematisch in unsere Strategie und unser Geschäftsmodell zu integrieren. Weitere Informationen finden sich in S4.

Im Mittelpunkt unserer Strategie steht unser Engagement für den menschlichen Fortschritt. Unsere Mitarbeitenden treiben diesen voran, indem sie sich diesen komplexen Herausforderungen stellen und eine Kultur der Innovation und Inklusion pflegen. Unser Geschäftsmodell ist darauf ausgerichtet, unsere Mitarbeitenden durch faire Arbeitsbedingungen, einschließlich der Aspekte Gesundheit und Sicherheit, sowie durch unser Engagement für Vielfalt, Chancengleichheit, Inklusion und Zugehörigkeit zu stärken. Dieser Ansatz ermöglicht es unseren Mitarbeitenden, eine Karriere zu verfolgen, die ihren individuellen Wünschen, Fähigkeiten und Leidenschaften entspricht. Weitere Informationen finden sich in S1.

Die folgende Tabelle zeigt die Anzahl der Mitarbeitenden nach geografischer Region:

ESRS 2 SBM-1 – Anzahl der Mitarbeitenden nach geografischer Region

 

 

20241

Europa

 

28.138

Nordamerika

 

14.187

Asien-Pazifik (APAC)

 

15.593

Lateinamerika

 

3.502

Mittlerer Osten und Afrika (MEA)

 

1.137

1

Merck beschäftigt auch Mitarbeitende an Standorten nicht vollkonsolidierter Tochtergesellschaften. Diese Zahl bezieht sich auf alle Mitarbeitenden, die in vollkonsolidierten Tochterunternehmen beschäftigt sind mit Ausnahme der Mitarbeitenden der HUB Organoids Holding B.V., Niederlande, deren Akquisition am 23. Dezember 2024 abgeschlossen wurde.

Auch bei unseren Beschaffungsaktivitäten wenden wir strenge Nachhaltigkeitsstandards an. Mit unseren Bemühungen im Lieferantenmanagement in unserer vorgelagerten Wertschöpfungskette wollen wir erreichen, dass unsere Lieferanten grundlegende Umwelt- und Sozialstandards einhalten. Deshalb haben wir entsprechende Strategien, Verfahren und Policies eingeführt, um Verstöße gegen diese Standards in der Lieferkette zu verhindern und unsere Nachhaltigkeitsleistung kontinuierlich zu verbessern. Sofern nicht anders angegeben, gelten die vorgestellten Ansätze für Tier-1-Lieferanten (direkte Lieferanten). Darüber hinaus umfassen unsere Aktivitäten im Lieferantenmanagement spezielle Maßnahmen, insbesondere für indirekte Lieferanten von Konfliktmineralien. Um unsere Nachhaltigkeitsziele zu erreichen, arbeitet unser Einkaufsteam eng mit unseren Lieferanten zusammen. Wir wollen in allen unseren Beschaffungsregionen Transparenz schaffen und Nachhaltigkeit vollständig in alle unsere Wertschöpfungsketten integrieren. Weitere Informationen finden sich in S2.

Im Rahmen unserer Bemühungen um Transparenz und Nachhaltigkeit ist es wichtig, unsere negativen Umweltauswirkungen genau zu kennen. Durch unsere Geschäftsaktivitäten werden Emissionen in Luft und Wasser freigesetzt und Abwasser und Abfall erzeugt. Darüber hinaus verwenden wir Materialien, die bei unsachgemäßer Handhabung die Umwelt beeinträchtigen können. Wir sind bestrebt, unsere Auswirkungen auf die Umwelt zu minimieren, und haben Strategien zur Verbesserung unserer Umweltleistung entwickelt. Dazu gehört auch die möglichst effiziente Nutzung immer knapper werdender Ressourcen. Um negative Umweltauswirkungen zu minimieren und sinnvolle Klimaschutzmaßnahmen umzusetzen, ist ein ganzheitlicher Ansatz erforderlich, der einer ständiger Überwachung der Praktiken und Leistungen bedarf. Unser Ziel ist es, das Unternehmenswachstum nach Möglichkeit von negativen Umweltauswirkungen zu entkoppeln. Bei der Produktherstellung ist es uns wichtig, die Umweltauswirkungen so gering wie möglich zu halten. Deshalb leben wir einen besonderen Fokus auf eine sichere Produktion, die Einhaltung hoher Umweltstandards und ein strenges Qualitätsmanagement. Weitere Informationen finden sich in E1, E2, E3, E4 und E5.

In einer zunehmend von dynamischen makroökonomischen und geopolitischen Entwicklungen geprägten Welt halten wir wissenschaftliche Durchbrüche für dringender denn je, um Faktoren wie einer alternden Bevölkerung, neuen Technologien und dem Klimawandel zu begegnen. Diese stellen sowohl Herausforderungen als auch Chancen für uns dar, denn wir begreifen diesen Wandel als Katalysator für Innovation und Wachstum. Aus diesem Grund beobachten wir neue globale Trends und Herausforderungen genau und nutzen unter anderem Szenarioanalysen, um die komplexe Natur potenzieller Auswirkungen zu verstehen. Darüber hinaus beteiligen wir uns an Dialogen und Initiativen, beraten uns mit anderen Organisationen in unserer Branche und werten die Medien- und Nachrichtenberichterstattung aus. So können wir Risiken minimieren und gleichzeitig neue Geschäftsmöglichkeiten nutzen.

Unsere Nachhaltigkeitsstrategie

Die schnell wachsenden Herausforderungen, die sowohl die Gesellschaft als auch die Umwelt betreffen, erfordern eine klare Zielsetzung für die kommenden Jahre. Daher ist Nachhaltigkeit ein essenzieller Bestandteil unserer Unternehmensstrategie. Wir verfolgen drei strategische Nachhaltigkeitsziele:

Unsere Nachhaltigkeitsstrategie  (Infografik)

Insgesamt konzentrieren wir uns in unserer Nachhaltigkeitsstrategie auf sieben Fokusfelder. Innerhalb dieser Fokusfelder verwirklichen wir heute und in Zukunft zahlreiche Initiativen sowie Projekte und planen, dies auch in Zukunft zu tun. Unsere Fortschritte messen wir anhand von 16 Nachhaltigkeitskennzahlen, die wir auf unserer Webseite veröffentlichen (Inhalte der Webseite sind ungeprüft). In der folgenden Tabelle stellen wir den Teil der Nachhaltigkeitskennzahlen dar, der für unsere Berichterstattung nach ESRS verpflichtend ist:

ESRS 2 SBM-1 – Nachhaltigkeitskennzahlen

Strate­gisches Ziel

 

Wertschöpfungs-stufe

 

Nachhaltigkeitskennzahl

 

2024

 

2023

 

Weitere Details

1

 

Nachgelagert

 

Anzahl Menschen, die mit unseren Healthcare-Produkten behandelt werden (in Mio.)1

 

184

 

177

 

S4

2

 

Eigenes Geschäft

 

Anteil von Frauen in Führungspositionen (in %)

 

39

 

39

 

S1

2

 

Eigenes Geschäft

 

Environment, Health and Safety (EHS) Incident Rate

 

2,2

 

2,4

 

S1

2

 

Eigenes Geschäft

 

Lost Time Injury Rate (LTIR)

 

1,2

 

1,3

 

S1

2

 

Vorgelagert

 

Anteil relevanter Lieferanten (in Bezug auf Anzahl), die von einer gültigen Nachhaltigkeitsbewertung abgedeckt sind1 (in %)

 

75

 

66

 

S2

2

 

Vorgelagert

 

Anteil relevanter Lieferanten (in Bezug auf Beschaffungsausgaben), die von einer gültigen Nachhaltigkeitsbewertung abgedeckt sind1 (in %)

 

94

 

94

 

S2

2

 

Eigenes Geschäft

 

Verstöße gegen die Global Social and Labor Standards Policy

 

57

 

60

 

S1

3

 

Eigenes Geschäft

 

Treibhausgasemissionen Scope 1 und 2 (in Tonnen)1

 

1.085.124

 

1.463.000

 

E1

3

 

Vorgelagert; nachgelagert

 

Indirekte Treibhausgasemissionen (Scope-3-Intensität: Tonnen CO2eq pro Mio. € Bruttoergebnis)

 

359

 

371

 

E1

3

 

Vorgelagert

 

Anteil des eingekauften Stroms aus erneuerbaren Quellen (in %)

 

52

 

51

 

E1

3

 

Eigenes Geschäft

 

Circularity Rate (in %)

 

69,2

 

67,8

 

E5

3

 

Eigenes Geschäft

 

Wasserentnahmeintensität (m3 pro Mio. € Umsatzerlöse)

 

588

 

576

 

E3

1

Die Kennzahl geht in den Nachhaltigkeitsfaktor für den Merck Long-Term Incentive Plan (LTIP) ein.

Unsere Nachhaltigkeitsstrategie setzen wir grundsätzlich konzernweit um. Für unsere drei Unternehmensbereiche mit ihrem unterschiedlichem Produkt- und Dienstleistungsportfolio sind spezifische Aktivitäten definiert. Sofern nicht anders angegeben, gelten die Nachhaltigkeitskennzahlen weltweit. Wo passend, unterscheiden wir nach geografischen Gebieten oder Beziehungen zu Stakeholdern, beispielsweise bei unserer Strategie im Unternehmensbereich Healthcare, den Zugang zu unseren Produkten und Dienstleistungen sowie zu (Qualitäts-)Informationen in Ländern mit niedrigerem und mittlerem Einkommen zu verbessern. Die in diesem Zusammenhang definierten Ziele beziehen die Interessen unserer Stakeholder ein, zum Beispiel die der Endnutzer, die von unserem Programm zur Ausrottung der Bilharziose profitieren, hauptsächlich in Subsahara-Afrika.

Unser Unternehmensbereich Life Science verfolgt einen ganzheitlichen Lebenszyklus-Ansatz, der Nachhaltigkeitsaspekte in der gesamten Wertschöpfungskette einbezieht: von der Auswahl der Rohstoffe und der Lieferkette über Forschung und Entwicklung, Produktion, Verpackung, Vertrieb und Produktnutzung bis hin zum Ende des Lebenszyklus und der Entsorgung. Wir gehen auch über den Produktlebenszyklus hinaus und arbeiten daran, den weltweiten Zugang zu Wissenschaft und MINT-Bildung zu verbessern. Mit unseren Fortschritten bei der Erfüllung dieser Verpflichtungen unterstützen wir unsere Kunden auf ihrem eigenen Weg zur Nachhaltigkeit durch zielgerichtete Maßnahmen wie unser Design for Sustainability Framework, unser SMASH-Packaging-Programm oder unser EDISON-Programm für Energie- und Wassereffizienz. Durch die globale Zusammenarbeit mit funktionsübergreifenden Teams, Industriepartnern, Lieferanten und Kunden fungieren wir als Nachhaltigkeitsmultiplikator für die Life-Science-Branche. Weitere Informationen finden Sie unter E1, E2, E3 und E5.

Der strategische Schwerpunkt unseres Unternehmensbereichs Healthcare liegt darauf, die Bedürfnisse von Patienten sowie der Umwelt in Einklang zu bringen und gleichzeitig das langfristige Unternehmenswachstum voranzutreiben. Unsere Bemühungen konzentrieren sich unter anderem darauf, negative Umweltauswirkungen zu reduzieren und eine zunehmende Kreislaufwirtschaft zu fördern. In dem Bereich Forschung und Entwicklung (F&E) streben wir an, Medikamente mit hoher gesundheitlicher Wirkung zu entwickeln und gleichzeitig ihren ökologischen Fußabdruck zu minimieren. Zudem setzen wir uns für die Förderung der gesundheitlichen Chancengleichheit ein. Unser Ziel ist es, die Verfügbarkeit, Zugänglichkeit und Bezahlbarkeit der Gesundheitsversorgung zu verbessern, wobei wir uns insbesondere auf Länder mit geringem oder mittlerem Einkommen konzentrieren. Unser Anspruch ist es, medizinische Bedarfslücken zu schließen. Dazu bieten wir maßgeschneiderte Gesundheitslösungen an und nutzen digitale Gesundheitstechnologien. Wir verstehen Zusammenarbeit als Schlüssel zu dieser Strategie und fördern sie zum einen durch den Aufbau transparenter Beziehungen zu Lieferanten und zum anderen durch die Zusammenarbeit mit lokalen Gemeinschaften, akademischen Einrichtungen und gemeinnützigen Organisationen. Weitere Informationen finden sich in S4.

In unserem Unternehmensbereich Electronics sind wir bestrebt, die digitale Transformation mitzugestalten. Wir betrachten Nachhaltigkeit als einen zentralen Aspekt unserer Technologie-Roadmap und wollen uns den kritischen Herausforderungen der Branche stellen. Wir nutzen Daten und digitale Tools, um die Entwicklung neuer Lösungen zu beschleunigen, zum Beispiel Prozessgase mit geringerem Treibhauspotenzial oder Ersatzstoffe für besorgniserregende Stoffe. Als wichtiger Zulieferer der Elektronikindustrie wollen wir die Umweltauswirkungen unserer Geschäftsaktivitäten reduzieren, wobei wir uns auf Treibhausgasemissionen, Wasser- und Energieverbrauch sowie Abfall konzentrieren. Weitere Informationen finden sich in E1, E2, E3 und E5.

Einzelheiten zu unserem Geschäftsmodell und unserer Wertschöpfungskette finden sich unter Unternehmensprofil und Struktur im Abschnitt „Grundlagen des Konzerns“ in unserem Lagebericht.

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