Kapitalstruktur, Geldanlage und Finanzierungs­tätigkeit

(34) Eigenkapital

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Bilanzielle Behandlung des Kapitalanteils der Komplementärin

Als Kommanditgesellschaft auf Aktien hat die Merck KGaA zwei verschiedene Gesellschaftergruppen, die Einlagen in die Gesellschaft geleistet haben: die Komplementärin E. Merck KG als persönlich haftende Gesellschafterin sowie die Kommanditaktionäre.

Die Einlagen beider Gesellschaftergruppen werden trotz der Kündigungsmöglichkeit der Komplementärin für ihren Kapitalanteil bilanziell als Eigenkapital behandelt. Maßgeblich für diese Behandlung ist die Regelung in der Satzung der Merck KGaA, nach der die Kommanditaktionäre über eine Umwandlung der Gesellschaft in eine Aktiengesellschaft beschließen und damit den Abfindungsanspruch der Komplementärin auf eine Erfüllung in Eigenkapitaltiteln beschränken können.

Gesamtkapital/Kapitalrücklage

Das Gesamtkapital der Gesellschaft setzte sich aus dem in Aktien eingeteilten Grundkapital sowie dem von der E. Merck KG als persönlich haftender Gesellschafterin gehaltenen Kapitalanteil (Komplementärkapital) zusammen. Das Grundkapital der Gesellschaft in Höhe von 168 Mio. € war zum Bilanzstichtag in 129.242.251 auf den Inhaber lautende Stückaktien ohne Nennbetrag sowie eine Namensaktie eingeteilt. Auf jede Aktie entfiel ein rechnerischer Anteil am Grundkapital in Höhe von 1,30 €. Der bei der Ausgabe von Aktien durch die Merck KGaA über den Nennbetrag hinaus erzielte Betrag wurde in die Kapitalrücklage eingestellt. Der von der persönlich haftenden Gesellschafterin gehaltene Kapitalanteil belief sich auf 397 Mio. €. Im Geschäftsjahr 2024 gab es, ebenso wie im Vorjahr, keine Veränderungen des Gesamtkapitals.

Gewinnrücklagen

Die Gewinnrücklagen entwickelten sich wie folgt:

Gewinnrücklagen

in Mio. €

 

Gewinn­rücklagen/
Bilanzgewinn

 

Leistungs­orientierte Versorgungs­pläne

 

Eigenkapital­instrumente mit erfolgs­neutraler Folge­bewertung

 

Gewinn­rücklagen

1.1.2023

 

18.811

 

-401

 

53

 

18.463

Ergebnis nach Steuern

 

2.824

 

 

 

2.824

Direkt im Eigenkapital berücksichtigtes Ergebnis

 

 

-187

 

160

 

-28

Gesamtergebnis

 

2.824

 

-187

 

160

 

2.796

Dividendenzahlungen

 

-284

 

 

 

-284

Kapitalerhöhungen

 

 

 

 

Ergebnisabführung E. Merck KG einschließlich Rücklagen-veränderung

 

-746

 

 

 

-746

Transaktionen ohne Beherrschungsänderung

 

-1

 

 

 

-1

Veränderung Konsolidierungskreis/Sonstiges

 

31

 

-4

 

-27

 

31.12.2023

 

20.635

 

-592

 

186

 

20.228

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1.1.2024

 

20.635

 

-592

 

186

 

20.228

Ergebnis nach Steuern

 

2.777

 

 

 

2.777

Direkt im Eigenkapital berücksichtigtes Ergebnis

 

 

90

 

30

 

121

Gesamtergebnis

 

2.777

 

90

 

30

 

2.897

Dividendenzahlungen

 

-284

 

 

 

-284

Kapitalerhöhungen

 

 

 

 

Ergebnisabführung E. Merck KG einschließlich Rücklagen-veränderung

 

-755

 

 

 

-755

Transaktionen ohne Beherrschungsänderung

 

 

 

 

Veränderung Konsolidierungskreis/Sonstiges

 

48

 

1

 

-48

 

31.12.2024

 

22.419

 

-501

 

168

 

22.086

Direkt im Eigenkapital berücksichtigte Ergebnisse

Die direkt im Eigenkapital berücksichtigten Ergebnisse entwickelten sich folgendermaßen (siehe ebenfalls Anmerkung (39) „Derivative Finanzinstrumente“):

Direkt im Eigenkapital berücksichtigte Ergebnisse

in Mio. €

 

Bilanzielle Absicherung von Zahlungs­strömen

 

Kosten der bilanziellen Absicherung von Zahlungs­strömen

 

Unterschieds­betrag aus der Währungs­umrechnung

 

Direkt im Eigenkapital berücksichtigte Ergebnisse

1.1.2023

 

-54

 

-12

 

3.151

 

3.086

Ergebnis nach Steuern

 

 

 

 

Direkt im Eigenkapital berücksichtigtes Ergebnis

 

-2

 

5

 

-1.016

 

-1.013

Anpassung an Marktwerte/Erfolgsneutrale Veränderung

 

98

 

-17

 

-1.001

 

-920

Umgliederung in die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

 

-95

 

22

 

-15

 

-88

Umgliederung in Vermögenswerte

 

 

 

 

Steuereffekt

 

-5

 

 

 

-5

31.12.2023

 

-56

 

-7

 

2.136

 

2.073

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1.1.2024

 

-56

 

-7

 

2.136

 

2.073

Direkt im Eigenkapital berücksichtigtes Ergebnis

 

-52

 

-2

 

1.429

 

1.375

Anpassung an Marktwerte/Erfolgsneutrale Veränderung

 

92

 

 

1.444

 

1.536

Umgliederung in die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

 

-149

 

-2

 

-15

 

-166

Umgliederung in Vermögenswerte

 

 

 

 

Steuereffekt

 

5

 

 

 

5

31.12.2024

 

-108

 

-9

 

3.565

 

3.448

Ergebnisanteil der E. Merck KG

Zwischen der E. Merck KG und der Merck KGaA besteht eine wechselseitige Ergebnisabführung. Durch diese wird erreicht, dass die E. Merck KG als Komplementärin der Merck KGaA und die Kommanditaktionäre entsprechend dem Verhältnis von Komplementär- und Grundkapital (70,274 % beziehungsweise 29,726 % des Gesamtkapitals) am Ergebnis der Merck KGaA beteiligt werden.

Die Ergebnisaufteilung beruht auf den nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuchs ermittelten Jahresüberschüssen der E. Merck KG und der Merck KGaA. Diese Jahresüberschüsse werden um die Gewerbeertragsteueraufwendungen oder -erträge beziehungsweise Körperschaftsteuer angepasst und ergeben die der Ergebnisaufteilung zugrunde liegende Basis. Die Anpassung um die Körperschaftsteuer erfolgt, damit der Unterschied in der steuerlichen Behandlung zwischen der Komplementärin und den Kommanditaktionären ausgeglichen wird. Die Körperschaftsteuer wird nur auf das Einkommen der Kommanditaktionäre berechnet. Ihr Äquivalent ist die auf die Gesellschafter der E. Merck KG entfallende Einkommensteuer, die diese unmittelbar zu entrichten haben. Durch die Anpassung wird somit eine beteiligungsproportionale Ergebnisbeteiligung der beiden Gesellschaftergruppen sichergestellt.

Die satzungsmäßige wechselseitige Ergebnisabführung zwischen der E. Merck KG und der Merck KGaA stellte sich wie folgt dar:

Ergebnisabführung

 

 

 

 

2024

 

2023

in Mio. €

 

 

 

E. Merck KG

 

Merck KGaA

 

E. Merck KG

 

Merck KGaA

Ergebnis der E. Merck KG vor wechselseitiger Ergebnisabführung, bereinigt um die Gewerbeertragsteuer

 

 

 

-31

 

 

 

-12

 

 

Jahresüberschuss der Merck KGaA vor wechselseitiger Ergebnisabführung

 

 

 

 

 

993

 

 

 

980

Körperschaftsteuer

 

 

 

 

2

 

 

4

Basis für Ergebnisaufteilung

 

(100 %)

 

-31

 

996

 

-12

 

985

Ergebnisabführung an die E. Merck KG (Verhältnis Komplementärkapital zum Gesamtkapital)

 

(70,274 %)

 

700

 

-700

 

692

 

-692

Ergebnisübernahme durch die Merck KGaA (Verhältnis Grundkapital zum Gesamtkapital)

 

(29,726 %)

 

9

 

-9

 

4

 

-4

Körperschaftsteuer

 

 

 

 

 

-2

 

 

 

-4

Jahresüberschuss

 

 

 

677

 

284

 

683

 

285

Das der Ergebnisverteilung zugrunde liegende Ergebnis der E. Merck KG, angepasst um die Gewerbeertragsteuer, betrug -31 Mio. € (Vorjahr: -12 Mio. €). Hieraus resultierte eine Ergebnisübernahme durch die Merck KGaA in Höhe von -9 Mio. € (Vorjahr: -4 Mio. €). Der der Ergebnisverteilung zugrunde liegende Jahresüberschuss der Merck KGaA, angepasst um die Körperschaftsteuer, betrug 996 Mio. € (Vorjahr: 985 Mio. €). Von dem Ergebnis der Merck KGaA hat die E. Merck KG einen Gewinn in Höhe von 700 Mio. € übernommen (Vorjahr: 692 Mio. €). Zusätzlich ergab sich ein Aufwand aus Körperschaftsteuerbelastung in Höhe von 2 Mio. € (Vorjahr: Aufwand von 4 Mio. €).

Gewinnverwendung

Die von den Kommanditaktionären zu beschließende Gewinnausschüttung bestimmt zugleich die Höhe des für die E. Merck KG frei verfügbaren Ergebnisanteils. Beschließen die Kommanditaktionäre, einen Teil des ihnen zustehenden Bilanzgewinns der Merck KGaA auf neue Rechnung vorzutragen oder in die Gewinnrücklagen einzustellen, so ist die E. Merck KG verpflichtet, einen gemäß dem Verhältnis von Grund- und Komplementärkapital zu ermittelnden vergleichbaren Betrag bei der Merck KGaA in den Gewinnvortrag/die Gewinnrücklagen einzustellen. Somit wird sichergestellt, dass die Gewinnrücklagen und der Gewinnvortrag der Merck KGaA den Beteiligungsverhältnissen der Kommanditaktionäre einerseits und der E. Merck KG andererseits entsprechen. Für die Ausschüttung an die E. Merck KG steht der Betrag zur freien Verfügung, der sich nach Saldierung der Ergebnisabführung der Merck KGaA mit der von der E. Merck KG zu erbringenden Einstellung beziehungsweise Entnahme aus den Rücklagen/dem Gewinnvortrag ergibt. Dieser Betrag entspricht beteiligungsäquivalent dem Betrag, der als Dividende an die Kommanditaktionäre ausgeschüttet wird.

Auf Basis der Ergebnisabführung ergab sich folgende Gewinnverwendung der Merck KGaA:

Gewinnverwendung

 

 

2024

 

2023

in Mio. €

 

Anteil E. Merck KG

 

Anteil Kommandit­aktionäre

 

Anteil E. Merck KG

 

Anteil Kommandit­aktionäre

Jahresüberschuss

 

677

 

284

 

683

 

285

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gewinnvortrag Vorjahr

 

81

 

34

 

80

 

34

Entnahme aus den Gewinnrücklagen

 

 

 

 

Einstellung in die Gewinnrücklagen

 

 

 

 

Bilanzgewinn der Kommanditaktionäre

 

 

 

319

 

 

 

319

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Entnahme E. Merck KG

 

-677

 

 

 

-682

 

 

Gewinnvortrag E. Merck KG

 

81

 

 

 

81

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dividendenvorschlag

 

 

 

-284

 

 

 

-284

Gewinnvortrag der Kommanditaktionäre (voraussichtlicher Stand)

 

 

 

34

 

 

 

34

Für das Geschäftsjahr 2023 wurde je Aktie eine Dividende in Höhe von 2,20 € ausgeschüttet. Der Gewinn­verwendungsvorschlag für das Geschäftsjahr 2024 sieht eine unveränderte Ausschüttung von 2,20 € je Aktie vor. Der vorgeschlagene Ausschüttungsbetrag an die Kommanditaktionäre beläuft sich auf 284 Mio. € (Vorjahr: 284 Mio. €), damit ergäbe sich nach Ausschüttung ein verbleibender Gewinnvortrag der Kommanditaktionäre in Höhe von 34 Mio. € (Vorjahr: 34 Mio. €). Auf Basis des Dividendenvorschlags an die Kommanditaktionäre ergab sich ein entnahmefähiger Anspruch der E. Merck KG in Höhe von 677 Mio. € (Vorjahr: 682 Mio. €), mit dem sich ein der E. Merck KG zustehender Gewinnvortrag in Höhe von 81 Mio. € (Vorjahr: 81 Mio. €) ergab.

Ergebnisabführung einschließlich Rücklagenveränderung

Ergebnisabführung einschließlich Rücklagenveränderung

 

 

2024

 

2023

in Mio. €

 

Merck & Cie KmG

 

Merck KGaA

 

Summe

 

Merck & Cie KmG

 

Merck KGaA

 

Summe

Ergebnisabführung an die E. Merck KG

 

-46

 

-700

 

-746

 

-52

 

-692

 

-743

Ergebnisübernahme durch die Merck KGaA

 

 

 

-9

 

-9

 

 

 

-4

 

-4

Veränderung des Gewinnvortrags der E. Merck KG

 

 

 

 

 

 

 

1

 

1

Ergebnisabführung an E. Merck KG einschließlich Rücklagenveränderung

 

-46

 

-709

 

-755

 

-52

 

-694

 

-746

Ergebnis der E. Merck KG vor wechselseitiger Ergebnisabführung, bereinigt um die Gewerbeertragsteuer

 

 

 

-31

 

 

 

 

 

-12

 

 

Ergebnisabführung an E. Merck KG/Entnahme E. Merck KG

 

-46

 

-677

 

 

 

-52

 

-682

 

 

Auf Basis der vorgeschlagenen Ergebnisverteilung ergab sich für das Geschäftsjahr 2024 eine Ergebnisabführung an die E. Merck KG einschließlich Rücklagenveränderung in Höhe von -755 Mio. €. Diese setzte sich zusammen aus der Gewinnübernahme durch die E. Merck KG (-700 Mio. €), der Ergebnisübernahme durch die Merck KGaA (-9 Mio. €) und der Gewinnabführung der Merck & Cie KmG, Schweiz, an die E. Merck KG (-46 Mio. €). Es gab keine Veränderung des Gewinnvortrags der E. Merck KG. Im Vorjahr betrug die Ergebnisabführung an die E. Merck KG einschließlich Rücklagenveränderung -746 Mio. €. Diese setzte sich zusammen aus der Gewinnübernahme durch die E. Merck KG (-692 Mio. €), der Ergebnisübernahme durch die Merck KGaA (-4 Mio. €), der Veränderung des Gewinnvortrags der E. Merck KG (1 Mio. €) sowie der Gewinnabführung der Merck & Cie KmG an die E. Merck KG (-52 Mio. €) und wurde im Geschäftsjahr 2024 an die E. Merck KG gezahlt. Bei der Merck & Cie KmG handelt es sich um eine Personengesellschaft Schweizer Rechts, die von der Merck KGaA beherrscht wird, jedoch das Ergebnis aus ihrem operativen Geschäft unmittelbar an die E. Merck KG ausschüttet. Bei dieser Ausschüttung handelt es sich um eine Zahlung an einen Anteilseigner, sodass sie ebenfalls als Eigenkapitalveränderung dargestellt wird.

Nicht beherrschende Anteile

Grundlage für die Berechnung der Anteile nicht beherrschender Gesellschafter war das bilanzierte Eigenkapital der betreffenden Tochtergesellschaften.

Die Anteile nicht beherrschender Gesellschafter am Konzerneigenkapital und am Ergebnis beinhalteten im Wesentlichen die Fremdanteile an den Gesellschaften Versum Materials Taiwan Co., Ltd., Taiwan, und Merck Ltd., Thailand, sowie an der börsennotierten Gesellschaft PT Merck Tbk., Indonesien.

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