Ergänzungen zur MeRck KGaA auf Basis HGB

Der Lagebericht der Merck KGaA ist mit dem Lagebericht des Konzerns zusammengefasst. Jahresabschluss und zusammengefasster Lagebericht des Konzerns und der Merck KGaA für das Geschäftsjahr 2024 werden elektronisch dem Bundesanzeiger zur Einstellung in das Unternehmensregister übermittelt und sind über dessen Internetseiten zugänglich.

Die Merck KGaA mit Sitz in Darmstadt ist das Mutterunternehmen des Konzerns.

Nach der zu Beginn des Geschäftsjahres 2023 abgeschlossenen Übertragung der Unternehmensbereiche Life Science, Healthcare und Electronics auf separate Gesellschaften übt die Merck KGaA im Wesentlichen die Holdingfunktion des Merck-Konzerns aus. Im Rahmen der strategischen Führung des Konzerns werden in dieser Funktion Entscheidungen von strategischer Bedeutung getroffen sowie konzernweit die globale Einhaltung von Compliance-Vorschriften durch die unterstützenden zentralen Konzernfunktionen sichergestellt. Darüber hinaus werden konzernweite Dienstleistungen an Konzerngesellschaften für die Bereiche Informationstechnologie und strategische Führung sowie Standortverwaltung, insbesondere am Standort Darmstadt, erbracht. Die Merck KGaA beschäftigt rund 4.000 der über 11.000 Mitarbeitenden am Standort Darmstadt.

Die Erstellung des Jahresabschlusses der Merck KGaA erfolgt nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuchs (HGB), des deutschen Aktiengesetzes (AktG) und den ergänzenden Bestimmungen der Satzung. Der vollständige, mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers versehene Jahresabschluss der Merck KGaA wird elektronisch dem Bundesanzeiger zur Einstellung in das Unternehmensregister übermittelt und dort veröffentlicht.

Geschäftsentwicklung und Ertragslage

Seit der Übertragung der operativen Tätigkeiten der Unternehmensbereiche Life Science und Electronics zum 1. Januar 2023 auf separate Gesellschaften, beinhaltet die Geschäftstätigkeit der Merck KGaA ausschließlich konzerninterne Leistungen, wie Standortverwaltung, IT, strategische Führung sowie die Lizenzvergabe für die Dachmarke „Merck“. Des Weiteren ist die Ertragslage geprägt durch die Entwicklung des Beteiligungsergebnisses, welches Ergebnisabführungen sowie Beteiligungserträge von Tochtergesellschaften beinhaltet.

Ertragslage

 

 

 

 

 

 

Veränderung

in Mio. €

 

2024

 

2023

 

in Mio. €

 

in %

Umsatzerlöse

 

1.624

 

1.628

 

-4

 

-0,3

Übrige Erträge

 

114

 

105

 

9

 

8,6

Materialaufwand

 

-693

 

-721

 

28

 

-3,9

Personalaufwand

 

-527

 

-581

 

54

 

-9,2

Abschreibungen

 

-132

 

-132

 

 

-0,2

Sonstige betriebliche Aufwendungen

 

-916

 

-821

 

-95

 

11,5

Beteiligungsergebnis

 

2.190

 

2.203

 

-13

 

-0,6

Abschreibungen auf Finanzanlagen

 

-17

 

 

-17

 

100,0

Übriges Finanzergebnis

 

-685

 

-685

 

 

Ergebnis vor Ergebnisverrechnung und Steuern

 

958

 

996

 

-38

 

-3,9

Ergebnisverrechnung

 

-709

 

-696

 

-13

 

1,9

Steuern

 

36

 

-16

 

51

 

-331,0

Ergebnis nach Steuern und Ergebnisverrechnung/Jahresüberschuss

 

284

 

285

 

-1

 

-0,2

Die Umsatzerlöse aus konzerninternen Weiterbelastungen und übrige Erträge sind auf Vorjahresniveau. Durch gegenläufige Effekte im Material- sowie Personalaufwand (zusammen um 82 Mio. € geringer) und den sonstigen betrieblichen Aufwendungen (um 95 Mio. € gestiegen), sowie einem geringfügig gesunkenen Beteiligungsergebnis und den Abschreibungen auf Finanzanlagen, ist das Ergebnis vor Ergebnisverrechnung und Steuern um 38 Mio. € (3,9 %) leicht rückläufig. Nach Ergebnisverrechnung mit der E. Merck KG sowie Erfassung des Steuerergebnisses verbleibt ein Jahresüberschuss nahezu auf Niveau des Vorjahres in Höhe von 284 Mio. €.

Der Materialaufwand sank aufgrund von geringeren bezogenen Leistungen zur Erbringung konzerninterner Weiterbelastungen. Die Materialeinsatzquote verringerte sich dementsprechend leicht auf 42,7 % (Vorjahr: 44,3 %).

Der Rückgang des Personalaufwands resultierte im Wesentlichen aus geringeren Zuführungen zu den Pensionsrückstellungen.

Der Anstieg der sonstigen betrieblichen Aufwendungen resultierte im Wesentlichen aus höheren Fremdleistungen und Bezügen, welche im Geschäftsjahr durch periodenfremde Aufwendungen für Rückerstattungen von entsprechenden Fremdleistungen an konzerninterne Kunden, in Höhe eines geringen dreistelligen Millionenbetrages, höher ausfielen. Diese wurden zum Teil durch geringere Aufwendungen für Währungskursverluste sowie anderer sonstiger Aufwendungen kompensiert.

Das Beteiligungsergebnis sank geringfügig um 13 Mio. € auf 2.190 Mio. € (Vorjahr: 2.203 Mio. €) aufgrund niedrigerer Erträge aus Ergebnisabführungsverträgen von Tochtergesellschaften durch Einmaleffekte in den Unternehmensbereichen Life Science und Electronics. Daneben hat das allgemein gesunkene Zinsniveau eine niedrigere Ergebnisabführung der Konzernfinanzierungsgesellschaft, der Merck Financial Services GmbH, Darmstadt, bewirkt. Gegenläufig wirkten höhere Beteiligungserträge von Tochtergesellschaften.

Das Steuerergebnis resultiert durch einen Gewerbesteuerertrag (42,8 Mio. €) sowie durch eine Reduzierung der Rückstellungen für Steuerverpflichtungen, insbesondere in Bezug auf allgemeine Betriebsprüfungsrisiken und Hinzurechnungssteuerrisiken (48,9 Mio. €), in einem insgesamten Steuerertrag.

Vermögens- und Finanzlage

Aktiva

 

 

 

 

 

 

Veränderung

in Mio. €

 

31.12.2024

 

31.12.2023

 

in Mio. €

 

in %

Anlagevermögen

 

25.209

 

24.065

 

1.145

 

4,8

Immaterielle Vermögensgegenstände

 

193

 

181

 

12

 

6,5

Sachanlagen

 

1.276

 

1.076

 

200

 

18,5

Finanzanlagen

 

23.741

 

22.808

 

933

 

4,1

Umlaufvermögen

 

1.795

 

1.708

 

87

 

5,1

Vorräte

 

34

 

29

 

5

 

17,5

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

 

63

 

62

 

1

 

1,8

Andere Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

 

1.698

 

1.617

 

81

 

5,0

Guthaben bei Kreditinstituten

 

 

 

 

-50,0

Rechnungsabgrenzungsposten

 

84

 

78

 

6

 

7,2

 

 

27.088

 

25.851

 

1.237

 

4,8

Passiva

 

 

 

 

 

 

Veränderung

in Mio. €

 

31.12.2024

 

31.12.2023

 

in Mio. €

 

in %

Eigenkapital

 

5.481

 

5.481

 

 

Rückstellungen

 

2.067

 

2.198

 

-132

 

-6,0

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

 

1.313

 

1.415

 

-103

 

-7,2

Andere Rückstellungen

 

754

 

783

 

-29

 

-3,7

Verbindlichkeiten

 

19.532

 

18.162

 

1.370

 

7,5

Finanzschulden

 

2.276

 

2.476

 

-200

 

-8,1

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

 

155

 

152

 

3

 

1,7

Andere Verbindlichkeiten

 

17.101

 

15.534

 

1.567

 

10,1

Rechnungsabgrenzungsposten

 

9

 

10

 

-1

 

-6,9

 

 

27.088

 

25.851

 

1.237

 

4,8

Die Bilanzsumme stieg mit 4,8 % leicht an. Auf der Aktivseite erhöhte sich vor allem das Anlagevermögen (+1.145 Mio. €), auf der Passivseite stiegen vor allem die Verbindlichkeiten (+1.370 Mio. €). Gegenläufig sanken die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen (-103 Mio. €). Die Eigenkapitalquote sank geringfügig auf 20,2 % (Vorjahr: 21,2 %).

Im Geschäftsjahr hat die Gesellschaft eine Einzahlung in die Kapitalrücklage eines Tochterunternehmens getätigt, hierdurch stiegen die Finanzanlagen um 950 Mio. €. Gegenläufig wurden außerordentliche Abschreibungen auf zwei Beteiligungen an verbundenen Unternehmen im Finanzanlagevermögen in Höhe von 17 Mio. € durchgeführt. 

Das Sachanlagevermögen erhöhte sich insbesondere aufgrund von am Standort Darmstadt getätigten Investitionen in, teilweise noch im Bau befindlicher, Sachanlagen.

Bedingt durch gestiegene Beteiligungserträge erhöhten sich die anderen Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände (+81 Mio. €).

Die Merck KGaA war in Höhe von 5.481 Mio. € (Vorjahr: 5.481 Mio. €) durch Eigenkapital finanziert. Dies entspricht einer Eigenkapitalquote von 20,2 % (Vorjahr: 21,2 %). Der im Geschäftsjahr 2024 erzielte Jahresüberschuss deckte die im Jahresverlauf erfolgten Dividendenzahlungen.

Die Merck KGaA finanziert sich zudem über die Konzernfinanzierungsgesellschaft, die Merck Financial Services GmbH, Darmstadt, die die Merck KGaA mit ausreichend finanziellen Mitteln ausstattet und somit die Liquidität sicherstellt. Die anderen Verbindlichkeiten stiegen um 1.567 Mio. € und betreffen im Wesentlichen mit 15.900 Mio. € (Vorjahr: 14.476 Mio. €) kurzfristige Darlehen und Verbindlichkeiten des laufenden Verrechnungskontos gegenüber der Merck Financial Services GmbH, Darmstadt.

Die Finanzschulden in Höhe von 2.276 Mio. € dienen im Wesentlichen zur Finanzierung der Akquisitionen von Sigma-Aldrich und Versum Materials. Der Rückgang der Finanzschulden um netto 200 Mio. € resultierte aus der Rückführung von Anleihen in Höhe von 1.000 Mio. € sowie der Begebung einer neuen Hybridanleihe über 800 Mio. €. Dies führte gegenläufig zu einem Anstieg der anderen Verbindlichkeiten aus konzerninterner Finanzierung. Für weitere Informationen zu den Finanzierungskonditionen und der Laufzeitenstruktur der Anleihen wird auf den Abschnitt 22 „Verbindlichkeiten aus Finanzschulden“ des Anhangs im Jahresabschluss nach HGB verwiesen.

Der Rückgang der Rückstellungen entfällt insbesondere auf gesunkene Rückstellungen für Pensionen. Diese sind durch einen gestiegenen Marktwert des verrechneten Deckungsvermögens sowie einem niedrigerem Erfüllungsbetrag, verursacht durch einen leicht gestiegenen Abzinsungssatz, reduziert.

Forschung und Entwicklung

Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung (F&E) im Geschäftsjahr 2024 stiegen auf 79 Mio. € (Vorjahr: 69 Mio. €) und beinhalten in der Merck KGaA verbliebene Aufwendungen für globale Leistungen für Forschung und Entwicklung.

Dividende

Für das Geschäftsjahr 2024 schlagen wir der Hauptversammlung eine Dividende von 2,20 € je Aktie vor.

Personal

Die Zahl der Mitarbeitenden der Merck KGaA lag zum 31. Dezember 2024 bei 3.715 Beschäftigten und verringerte sich gegenüber dem Vorjahresstichtag (Vorjahr: 3.924) im Wesentlichen im Bereich Verwaltung.

Anzahl der im Durchschnitt beschäftigten Mitarbeitenden nach Funktionsbereichen:

Personal

Anzahl der im Jahresdurchschnitt beschäftigten Mitarbeitenden

 

2024

 

2023

Verwaltung

 

2.529

 

2.615

Standortbetrieb

 

820

 

869

Forschung

 

310

 

341

Logistik

 

55

 

66

Vertrieb

 

36

 

43

Sonstige

 

6

 

74

Summe

 

3.756

 

4.008

Risiken und Chancen

Als Obergesellschaft des Merck-KGaA-Konzerns unterliegt die Merck KGaA im Wesentlichen den gleichen Chancen und Risiken wie der Konzern. Die Merck KGaA partizipiert an den Risiken und Chancen über ihre Beteiligungen und Tochterunternehmen, wodurch sich Auswirkungen auf das Beteiligungsergebnis oder die Bewertung der Anteile an Tochterunternehmen ergeben können. Weitere Informationen hierzu finden Sie im Risiko- und Chancenbericht des Konzerns.

Prognose für die Merck KGaA

Abweichungen der tatsächlichen Geschäftsentwicklung im Geschäftsjahr 2024 von früher berichteten Prognosen

Im zusammengefassten Lagebericht 2023 wurde zunächst für das Geschäftsjahr 2024, korrespondierend zur Konzernentwicklung, ein moderater Anstieg des Beteiligungsergebnisses im Vergleich zu 2023 erwartet. Der Jahresüberschuss wurde auf einem leicht höheren Niveau als 2023 prognostiziert.

Entgegen der Erwartung lag das Beteiligungsergebnis unter dem Vorjahresniveau und somit auch hinter der letztjährigen Prognose. Dies wurde aufgrund niedrigerer Erträge aus Ergebnisabführungsverträgen von Tochtergesellschaften durch Einmaleffekte in den Unternehmensbereichen Life Science und Electronics verursacht.

Der Jahresüberschuss ist im Vergleich zum Vorjahr stabil und lag somit, aufgrund eines leichten Rückgangs des Beteiligungsergebnisses, hinter der Prognose.

Prognose 2025

Für das Beteiligungsergebnis prognostizieren wir, bei zu Vorjahren vergleichbaren Erträgen aus Beteiligungen und moderat steigenden Erträgen aus Ergebnisabführungen, einen insgesamt moderaten Anstieg. Dadurch wird auch insgesamt der Jahresüberschuss auf einem leicht höheren Niveau als 2024 erwartet.

Die Merck Financial Services GmbH, Darmstadt, wird die Gesellschaft im Bedarfsfall mit ausreichend finanziellen Mitteln ausstatten und somit die Liquidität sicherstellen.

Derzeit sind uns keine bestandsgefährdenden Risiken bekannt, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden können.

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