Unternehmensführung (G1)

Unternehmenskultur

Unsere Governance (GOV-1)

Die Rolle unserer Verwaltungs-, Leitungs- und Aufsichtsorgane, ihre Aufgaben und Verantwortlichkeiten sowie den Zugang zu Fachwissen und Kompetenzen in Bezug auf Unternehmensführungsaspekte, Auswirkungen, Risiken und Chancen beschreiben wir unter ESRS 2 (GOV-1).

Unsere wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen im Zusammenhang mit der Unternehmenskultur (G1 SBM-3)

Im Rahmen der Wesentlichkeitsanalyse evaluierten wir Auswirkungen, Risiken und Chancen im Zusammenhang mit der Unternehmenskultur. Einen Überblick über die Kriterien, die wir in unserer Wesentlichkeitsanalyse und der Identifikation von Risiken und Chancen anwenden, geben wir unter ESRS 2 (IRO-1) an. Unsere Angaben beziehen sich auf die folgende identifizierte wesentliche Auswirkung:

ESRS G1 SBM-3 – Unsere wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen im Zusammenhang mit der Unternehmenskultur

Unternehmenskultur

Kennung

 

G1-PI-01

Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen

 

Potenzielle positive Auswirkung

Zeithorizont

 

Mittelfristig

Wertschöpfungsstufe

 

Eigenes Geschäft

Beschreibung

 

Wir wollen eine positive Kultur pflegen, die von unserer Unternehmensvision „Neues entdecken, die Menschheit voranbringen“ inspiriert ist. Durch den Fokus auf unsere High-Impact Culture befähigen wir unsere Mitarbeitenden dazu, gute Ergebnisse für unsere Kunden, Patienten und die Gesellschaft zu erzielen. Als Teil dieser Kultur fördern wir eine Mentalität, die uns bei Geschäftsaktivitäten und im Umgang im Kollegium sowie mit Stakeholdergruppen leitet. Durch die klare Definition akzeptabler Verhaltensweisen am Arbeitsplatz können wir unseren Unternehmenszweck erfüllen und eine Arbeitsumgebung schaffen, die Weiterentwicklung und Erfolg für alle ermöglicht. Unsere Verhaltensweisen spiegeln außerdem unsere gemeinsamen Werte wider und tragen dazu bei, dass sich unterschiedliche Kulturen, Mentalitäten und Lebenserfahrungen in unseren Teams wiederfinden.

Unsere Policies im Zusammenhang mit unserer Unternehmenskultur (G1-1)

Als Wissenschafts- und Technologieunternehmen leben wir vom Wandel und sehen darin eine Chance für Wachstum und Innovation, was durch unsere neue Unternehmensvision „Neues entdecken, die Menschheit voranbringen“ unterstrichen wird. Unser Ziel ist es, eine bessere, gesündere und nachhaltigere Welt für Kunden, Patienten sowie Gesellschaften auf der ganzen Welt zu schaffen.

Wir erachten unser branchenübergreifendes Geschäftsmodell, unser vielfältiges Team und unsere globale Präsenz als Wettbewerbsvorteil. Darüber hinaus wollen wir mit unseren familienorientierten Werten und Verhaltensweisen, die in einer langen Geschichte verwurzelt sind, sicherstellen, dass wir die Bedürfnisse sowohl der gegenwärtigen als auch der zukünftigen Generationen sorgfältig planen können. Unsere Forschungs- und Geschäftsentscheidungen leitet ein klarer moralischer und ethischer Kompass, beschrieben in unserem Verhaltenskodex. Außerdem sollen unsere High-Impact Culture und unsere inklusive Denkweise uns die Stärke und Agilität verleihen, die man benötigt, um durch widrige Umstände zu navigieren. Indem wir diese Werte, Verhaltensrahmen und inklusive Denkweise annehmen, legen wir das Fundament für ein Unternehmen, welches von den vielfältigen Teams von Mitarbeitenden und den Talenten, die wir gewinnen, profitiert.

Indem wir klare Verhaltensweisen am Arbeitsplatz festlegen, können wir unseren Zweck erfüllen und ein Umfeld schaffen, in dem alle wachsen und erfolgreich sein können. Die Verhaltensweisen spiegeln unsere Werte wider und sorgen dafür, dass unsere Teams unterschiedliche Kulturen, Ideen und Erfahrungen einbeziehen.

Die Verhaltensweisen lauten wie folgt:

  • Auf Kunden und Patienten fokussiert sein: Wir konzentrieren uns auf die Wirkung, die wir erzeugen. Die Bedürfnisse von Kunden und Patienten sind der Ausgangspunkt, an dem wir unsere Arbeit ansetzen.
  • Handeln als Eigentümer: Wir übernehmen Verantwortung, treffen Entscheidungen und handeln im besten Interesse des Unternehmens – und nicht nur in unserem eigenen.
  • Neugierig sein und mutig neue Ideen verfolgen: Wir hinterfragen unser eigenes Denken und den Status quo, konzentrieren uns auf bessere Ansätze, sowie innovative Wege und sind uns des Wettbewerbs bewusst.
  • Komplexität reduzieren und mit Dringlichkeit handeln: Wir legen Wert auf Einfachheit und Effizienz. Wir hinterfragen unnötige Prozesse, konzentrieren uns auf das Wesentliche und passen uns bei Bedarf schnell an, denn Geschwindigkeit ist in jedem Unternehmen entscheidend, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
  • Die Messlatte höher legen: Wir setzen uns selbst und unseren Teams anspruchsvolle Ziele, und streben danach, die beste Qualität bei unseren Produkten, Dienstleistungen und Prozessen zu liefern.
  • Offen widersprechen, Entscheidungen treffen und Ergebnisse liefern: Wir denken unabhängig und arbeiten gemeinsam als Team. Wir machen deutlich, worauf es bei jeder Entscheidung ankommt, übernehmen Verantwortung und zögern schwierige Entscheidungen nicht hinaus. Und wenn eine Entscheidung getroffen wurde, stehen wir alle dahinter.
ESRS G1-1 – Verhaltenskodex

Verhaltenskodex

Bezug zu wesentlichen Auswirkungen, Risiken und/oder Chancen

 

Kennung G1-PI-01

Wesentliches Thema

 

Unternehmenskultur

Inhalt

 

Die Policy dient unseren Mitarbeitenden als Leitfaden für ethisches Geschäftsverhalten – im Einklang mit unseren Unternehmenswerten und dem Gesetz. Sie benennt unsere Verpflichtung zur Achtung der Menschenrechte, sowie unsere Grundsätze am Arbeitsplatz und für den Umgang mit externen Geschäftspartnern, Kunden, Verbrauchern und Endnutzern. Die Policy befasst sich auch mit unseren Grundsätzen verantwortlicher Unternehmensführung, zum Beispiel zur Produktsicherheit, Patientensicherheit und der Durchführung klinischer Studien. Darüber hinaus beschreibt die Policy verschiedene Möglichkeiten für Mitarbeitende, Verdachtsmomente bei Verstößen gegen interne oder externe Regeln zu melden.

Anwendungsbereich

 

Die Policy gilt konzernweit für alle Mitarbeitenden in unserem eigenen Geschäft. Sie gilt auch für nachgelagerte Geschäftsaktivitäten und den Umgang mit externen Stakeholdern, beispielsweise mit Verbrauchern und Endnutzern.

Verantwortlichkeit

 

Vorsitzende der Geschäftsleitung

Standards/Initiativen Dritter

 

Die Policy folgt den Grundsätzen des UN Global Compact.

Berücksichtigung Interessen von Interessenträgern

 

Bei der Erstellung und Überprüfung der Policy haben wir interne Stakeholder und Fachleute einbezogen.

Verfügbarkeit

 

Die Policy ist in 22 Sprachen verfügbar – intern im Intranet und öffentlich auf unserer Website.

ESRS G1-1 – High-Impact Culture Manifesto

High-Impact Culture Manifesto

Bezug zu wesentlichen Auswirkungen, Risiken und/oder Chancen

 

Kennung G1-PI-01

Wesentlicher Nachhaltigkeitsaspekt

 

Unternehmenskultur

Inhalt

 

Die Policy verdeutlicht unser Engagement zur Förderung einer einheitlichen Kultur, der Zusammenarbeit, der Innovation und eines kundenorientierten Ansatzes. Gleichzeitig ermutigt sie die Mitarbeitenden, mit ihrer Arbeit und in ihren Gemeinschaften etwas zu bewirken. Die Fortschritte in den verschiedenen Unternehmensbereichen werden über die Maßnahmen zur Verbesserung der Unternehmenskultur überwacht.

Anwendungsbereich

 

Die Policy gilt konzernweit an allen Standorten.

Verantwortlichkeit

 

Vorsitzende der Geschäftsleitung

Standards/ Initiativen Dritter

 

Keine

Berücksichtigung Interessen von Interessenträgern

 

Bei der Erstellung der Policy haben wir Workshops, Interviews und Feedback-Runden mit verschiedenen Personen aus dem Kollegium der gesamten Organisation und mit externen Fachleuten durchgeführt, um der Policy weitere Perspektiven hinzuzufügen.

Verfügbarkeit

 

Die Policy ist intern im Intranet verfügbar und kann in zehn Sprachen heruntergeladen werden.

ESRS G1-1 – Whistleblowing and Investigations Standard

Whistleblowing and Investigations Standard

Bezug zu wesentlichen Auswirkungen, Risiken und/oder Chancen

 

Kennung G1-PI-01

Wesentlicher Nachhaltigkeitsaspekt

 

Unternehmenskultur

Inhalt

 

Die Policy bietet eine Orientierungshilfe für die Meldung potenzieller Verstöße und beschreibt unsere Verfahren zur Untersuchung von Fehlverhalten und unethischem Verhalten, wobei Vertraulichkeit und der Schutz von Hinweisgebenden gewährleistet sind. Je nach Art, Inhalt und Typ der Meldung kann diese gemäß den vorab festgelegten internen Zuständigkeiten der verantwortlichen Funktionen – Human Resources, Corporate Sustainability Quality and Trade Compliance, Legal & Compliance, Internal Auditing – geprüft, bewertet, bearbeitet und untersucht werden.

Anwendungsbereich

 

Die Policy gilt konzernweit für alle Mitarbeitenden und wo angegeben auch für externe Parteien.

Verantwortlichkeit

 

Führungskräfte, die direkt an den Vorstand berichten.

Standards/Initiativen Dritter

 

Die Policy basiert auf der EU-Richtlinie 2019/1937.

Berücksichtigung Interessen von Interessenträgern

 

Bei der Ausarbeitung der Richtlinie wurden regulatorische Standards sowie die Interessen interner und externer Stakeholder berücksichtigt und deren Input im Rahmen des internen Überprüfungsprozess berücksichtigt.

Verfügbarkeit

 

Die Policy ist intern im Intranet verfügbar.

Die Policies im Zusammenhang mit unserer Unternehmenskultur werden regelmäßig überwacht und aktualisiert.

Die Einhaltung hoher ethischer Standards in unserem Verhalten und unserer Arbeit ist einer der Grundwerte, die unsere Arbeit leiten. Um dies zu unterstützen, haben wir ein konzernweites Hinweisgeber- und Beschwerdesystem für die Meldung von jeglichem Fehlverhalten eingerichtet. Zentraler Bestandteil davon ist unsere Compliance-Hotline, welche wir in Zusammenarbeit mit einem Drittanbieter eingerichtet haben. Sie ist sowohl unseren Mitarbeitenden als auch Externen zugänglich. Bedenken können in mehr als 40 Sprachen rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr über dieses System gemeldet werden: kostenlos und anonym, entweder per Telefon oder über eine webbasierte Anwendung. Diese Kanäle sind über unsere externe Website Compliance-Hotline zugänglich.

Unser Whistleblowing and Investigations Standard bekräftigt unsere Absicht eine „speak-up“- Unternehmenskultur aufrechtzuerhalten und zu stärken. Der Standard informiert über Meldewege potenzieller Verstöße und die Prozesse zur Untersuchung von Meldungen über Fehlverhalten, während er Vertraulichkeit gewährleistet und Whistleblower in Übereinstimmung mit der Richtlinie (EU) 2019/1937 schützt.

Meldungen an die zentralen Meldestellen werden direkt von einem zentralen, unabhängigen und qualifizierten Team von Group Compliance entgegengenommen und überprüft. Die qualifizierten Experten, die die Meldung bearbeiten, müssen unparteiisch, objektiv, und zeitnah handeln, während sie Vertraulichkeit wahren. Darüber hinaus erhalten unsere qualifizierten Experten relevante Schulungsmaterialien zu unserem Whistleblowing und Investigation Standard, der Compliance-Hotline sowie unserem Case Management mit den dazugehörigen Templates. Compliance-relevante Fälle mit einem bestimmten Risikoprofil werden dem Compliance Case Committee vorgestellt, das aus leitenden Angestellten der Abteilungen Compliance, Recht, Datenschutz, Interne Revision und Personal besteht. Das Komitee bewertet und klassifiziert bestimmte Compliance-Fälle und ergreift geeignete Maßnahmen zur Klärung der ermittelten Sachverhalte.

Darüber hinaus schulen wir unsere Mitarbeitenden regelmäßig in Präsenz oder online zu bestehenden und neuen Compliance-Anforderungen, Richtlinien und Best Practices. Zu den Themen gehören verschiedene Bereiche, wie Verhaltenskodex, Korruptionsbekämpfung und Datenschutz. Wir verlangen von unseren Mitarbeitenden, die Schulungen während der Einarbeitungszeit zu absolvieren und sie abhängig von ihrem Risikopotenzial regelmäßig zu wiederholen. Darüber hinaus aktualisieren wir unsere Schulungsprogramme kontinuierlich, um neue Entwicklungen einzubeziehen. An manchen Schulungen nehmen außerdem unabhängige Auftragnehmende und Zeitarbeitskräfte (beispielsweise aus der Leiharbeit) teil.

Unsere Maßnahmen im Zusammenhang mit unserer Unternehmenskultur (G1 MDR-A)

Im Mittelpunkt unserer High-Impact Culture steht die Verpflichtung, ein Umfeld zu schaffen, in dem sich alle Mitarbeitenden geschätzt und einbezogen fühlen und darüber hinaus befähigt sind, zu unserem gemeinsamen Erfolg beizutragen. Wir sind davon überzeugt, dass eine Feedback-Kultur sowie die Anerkennung und Belohnung individueller Erfolge entscheidend für den gemeinschaftlichen Erfolg sind. Aus diesem Grund nutzen wir einen Leistungsmanagement-Ansatz, der die Erwartungen der Mitarbeitenden wertschätzt, klare Ziele definiert, Feedback gewährleistet und herausragende Leistungen belohnt. Unsere Maßnahmen im Zusammenhang mit unserer Unternehmenskultur folgen unserem Verhaltenskodex und zielen darauf ab, unsere Mitarbeitenden zu befähigen, im Einklang mit unseren Werten zu handeln. Dies gilt für alle Mitarbeitenden in allen Unternehmens-bereichen. Wenn nicht anders angegeben, sind die genannten Maßnahmen nicht zeitlich begrenzt.

Unsere Nachhaltigkeitskultur stärken

Seit 2021 sind E-Learnings zu unserer Nachhaltigkeitsstrategie für bestehende und neue Mitarbeitende verpflichtend. Darauf aufbauend haben wir unser Angebot seit 2023 um funktions- und hierarchiespezifische Bildungsaktivitäten erweitert. Darüber hinaus konzentrieren wir uns seitdem insbesondere auf die Ausbildung von Sustainability Change Agents: In ihrer Funktion als Multiplikatoren sollen sie eine nachhaltige Denkweise verbreiten, damit wir unsere Nachhaltigkeitsziele erreichen können. Alle Change Agents wurden aus unserem internen Nachhaltigkeitsnetzwerk ausgewählt, einer Plattform mit kontinuierlich wachsender Mitgliederzahl. Das Nachhaltigkeitsnetzwerk besteht seit 2021 aus Mitarbeitenden und Führungskräften aus dem gesamten Unternehmen. Es fördert den aktiven Austausch und das gegenseitige Lernen zu Nachhaltigkeitsthemen auf freiwilliger Basis.

Talente gewinnen und fördern

Wir glauben, dass eine starke und attraktive Arbeitgebermarke von innen heraus aufgebaut wird. Unser übergeordnetes Ziel ist es, qualifizierte Mitarbeitende zu gewinnen und eine starke Unternehmenskultur aufzubauen, die eine effektive Zusammenarbeit und eine langfristige Talentbindung unterstützt. Im Berichtsjahr starteten wir eine Kampagne, um einen Einblick in unsere Kultur und die Leidenschaft unserer Mitarbeitenden für unsere Vision „Neues entdecken, die Menschheit voranbringen“ zu ermöglichen: Mitarbeitende teilten Geschichten in Videoform. Außerdem wollen wir uns darauf konzentrieren, relevante Talente über unsere Branche hinaus zu erreichen, indem wir unsere Kommunikationskanäle diversifizieren. Damit möchten wir potenzielle Kandidaten, die unsere Karrieremöglichkeiten noch nicht kennen, auf uns aufmerksam machen. Wir arbeiten auch stetig daran, die Einarbeitungsphase neuer Mitarbeitender zu verbessern und ihnen dabei zu helfen, sich unsere High-Impact Culture anzueignen und ein starkes Gefühl der Zugehörigkeit zu ihrem Team und der Organisation zu entwickeln. Daneben helfen wir unseren Führungskräften dabei, neue Mitarbeitende zu integrieren und sicherzustellen, dass sie unsere hohen Standards in Bezug auf Ethik, Integrität, Verantwortlichkeit und Fürsorge verstehen. Zudem schulen wir unsere Talent-Akquise-Einheit darin, Vielfalt, Chancengleichheit, Inklusion sowie unbewusste Denkmuster im Einstellungsprozess zu berücksichtigen. Durch unsere globalen Mindeststandards für den Einstellungsprozess, die klare Erwartungen an unsere einstellenden Führungskräfte beinhalten, streben wir einen schnellen und qualitätsorientierten Prozess an. Unsere Recruiter sind darin geschult, unsere einstellenden Führungskräfte bei der Einhaltung dieser Praktiken zu unterstützen.

Austausch und Dialog fördern

Wir sind überzeugt, dass Feedback in unserer zunehmend vernetzten Welt offene Gespräche ermöglicht, Vertrauen schafft, motiviert und die Zusammenarbeit fördert. Unser 360-Grad-Feedback-Tool soll unsere Mitarbeitenden ermutigen, kontinuierlich integres und respektvolles Feedback zu geben. Wir führten im Berichtsjahr verschiedene Formate durch, um den Austausch über unsere Feedback-Kultur zu fördern. Dazu gehört das interaktive Lernformat Space2Grow, bei dem das praxisnahe Lernen für unsere Mitarbeitenden im Vordergrund steht. Im Rahmen der New Leader Onboarding Journey und der Supervisor Academy werden unsere neuen Führungskräfte nicht nur mit Prozesswissen, sondern auch mit einem Verständnis für kulturelle Unterschiede ausgestattet.

Unsere Mitarbeitenden befähigen

Wir pflegen ein vertrauensvolles und offenes Feedback-Umfeld in unserem Unternehmen und laden jeden ein, durch interne Kommunikationsplattformen, Umfragen und Diskussionsrunden aktiv zum Erfolg unserer Organisation beizutragen. Darüber hinaus führen wir zu unterschiedlichen Zeitpunkten verschiedene Mitarbeitendenbefragungen durch, zum Beispiel Umfragen während des Onboardings, Pulsbefragungen, Umfragen zum Engagement und Befragungen während des Offboardings. Die Befragungen helfen uns, Stärken zu ermitteln und Möglichkeiten zur Verbesserung des Wohlbefindens, des Engagements und der Zugehörigkeit der Mitarbeitenden zu finden. Auf der Grundlage der Umfrageergebnisse ermitteln wir auf globaler oder sektoraler/funktionaler Ebene Folgemaßnahmen und setzen sie um.

MyImpact: Kultur des Feedbacks und der Spitzenleistung aufbauen

MyImpact ist unser Ansatz dafür, eine feedbackgetriebene und leistungsorientierte Kultur in unserem Unternehmen zu pflegen und weiterzuentwickeln. Er soll sicherstellen, dass alle Mitarbeitenden befähigt werden, Verantwortung für die eigene Leistung zu übernehmen, sich aktiv an Feedback-Gesprächen zu beteiligen und einen sinnvollen Beitrag zum Unternehmenserfolg zu leisten. Ein obligatorisches E-Learning stellt sicher, dass alle Mitarbeitenden unabhängig von ihrer Position gleichermaßen Zugang zum Verständnis der Prinzipien des Leistungsmanagements haben und dieses in ihrer täglichen Arbeit effektiv anwenden können. Im Rahmen von MyImpact versenden wir einen monatlichen Newsletter zum Thema Förderung der psychologischen Sicherheit; damit wollen wir eine Kultur schaffen, in der sich die Mitarbeitenden sicher fühlen. Darüber hinaus setzen wir weiterhin auf Kommunikation und eine Verfeinerung des Ansatzes auf der Grundlage von Feedback und definierten Kennzahlen. Durch die Auswertung des Feedbacks anhand von Kennzahlen und die transparente Kommunikation von Erfahrungen wollen wir sicherstellen, dass MyImpact konsistent und in Einklang mit unseren strategischen Zielen angewendet wird. Der Ansatz trägt zu einer Kultur der kontinuierlichen Verbesserung bei, indem er das Verhalten der Mitarbeitenden in Einklang mit unseren ethischen Standards und unserer High-Impact Culture bringt.

Im Jahr 2024 ordneten wir den Maßnahmen Nachhaltigkeitskultur stärken, Talente binden und fördern, Austausch und Dialog fördern, Mitarbeitende befähigen und MyImpact keine signifikanten betrieblichen Aufwendungen (OpEx) oder Investitionsausgaben (CapEx) zu. Für 2025 planen wir ebenfalls keine signifikanten OpEx oder CapEx bereitzustellen.

MyGrowth: kompetenzorientierte Weiterentwicklung der Mitarbeitenden fördern

MyGrowth soll Mitarbeitende auf allen Ebenen des Unternehmens befähigen, Verantwortung für ihre berufliche Weiterentwicklung zu übernehmen und Teil einer kompetenzorientierten Organisation zu werden. Auf Basis einer Growth Mindset-Mentalität und unserer KI-unterstützten Plattform soll MyGrowth den Mitarbeitenden ermöglichen, ihre berufliche Laufbahn selbst zu gestalten. Durch den Zugang zu maßgeschneiderten Lernmöglichkeiten, Mentoringprogrammen, internen Jobperspektiven und Entwicklungsaufgaben fördert MyGrowth eine kontinuierliche Lernkultur, die das Wachstum der Mitarbeitenden mit den strategischen Bedürfnissen des Unternehmens in Einklang bringt. Wir führten optionale Einführungsveranstaltungen auf Deutsch, Englisch, Französisch, Polnisch, Portugiesisch und Spanisch durch, um die Mitarbeitenden über das Growth Mindset und die MyGrowth-Plattform zu informieren und so Inklusivität und Zugänglichkeit für unsere vielfältige Belegschaft zu gewährleisten. Die globalen MyGrowth-Entwicklungswochen fördern das kollektive Lernen im gesamten Unternehmen sowie die Zusammenarbeit und den Wissensaustausch. Diese zweiwöchige Lernveranstaltung bietet Mitarbeitenden eine Reihe globaler sowie lokaler Lernmöglichkeiten und umfasst viele interaktive Sitzungen, Workshops und Aktivitäten, die sich auf die Entwicklung von Kompetenzen konzentrieren.

Im Jahr 2024 ordneten wir der Maßnahme zu MyGrowth 2 Mio. € betriebliche Aufwendungen (OpEx) zu, die in den jeweiligen Zeilen der Gewinn- und Verlustrechnung enthalten sind, und keine Investitionsausgaben (CapEx). Für 2025 planen wir keine signifikanten OpEx oder CapEx bereitzustellen.

Umsetzung der High-Impact Culture evaluieren

Nach zweijähriger Umsetzung unserer Initiative zur High-Impact Culture in unserer globalen Organisation evaluierten wir die Initiative. Dabei konzentrierten wir uns auf unsere größten Standorte in China, Deutschland und den Vereinigten Staaten, um Schwachstellen und Verbesserungsmöglichkeiten zu identifizieren. Das übergeordnete Ziel dieser Analyse steht in direktem Zusammenhang mit unserem als wesentlich eingestuften Thema und ergänzt die Definition von ethischem Verhalten, wie sie im Verhaltenskodex festgehalten ist. Wir schlossen diese Bewertung im 4. Quartal 2024 ab und nutzten sie als Basis für verschiedene Empfehlungen zur weiteren Verankerung der Initiative in der Organisation. 2025 planen wir, Aktivitäten zu präzisieren und zu integrieren, die die High-Impact Culture fördern und mit unseren Unternehmenszielen und Werten in Einklang stehen. Dabei adressieren wir alle Mitarbeitenden weltweit und zielen so darauf ab, die High-Impact Culture weiter in der gesamten Organisation zu verankern.

Im Jahr 2024 ordneten wir den Maßnahmen in Bezug auf die Evaluierung der Umsetzung der High-Impact Culture evaluieren keine signifikanten betrieblichen Aufwendungen (OpEx) oder Investitionsausgaben (CapEx) zu. Für 2025 planen wir ebenfalls kein signifikantes OpEx oder CapEx bereitzustellen.

Unsere Ziele und Kennzahlen im Zusammenhang mit unserer Unternehmenskultur (G1 MDR-T, MDR-M)

Um unsere Fortschritte bei der Implementierung der High-Impact Culture zu bewerten, haben wir uns eine Reihe qualitativer Ziele gesetzt und führen umfassende Evaluierungsprozesse durch. Gleichwohl handelt es sich nicht um Kennzahlen oder quantitativ messbare Ziele, die terminiert und ergebnisorientiert sind. Die Wirksamkeit unserer Maßnahmen zum Thema Unternehmenskultur verfolgen wir anhand verschiedener, im Folgenden dargestellter Kriterien.

Für die Bewertung unserer Nachhaltigkeitskultur nutzen wir seit 2023 die Fragen zur Nachhaltigkeit aus unserer jährlichen konzernweiten Mitarbeitendenumfrage. Die Umfrageergebnisse werden nur intern genutzt. Sie helfen uns, den Reifegrad des Nachhaltigkeitsbewusstseins innerhalb des Unternehmens zu verstehen sowie funktionale, regionale oder hierarchische Unterschiede zu erkennen und zu adressieren.

Im Rahmen unserer Maßnahmen, zur Gewinnung und Förderung von Talenten begannen wir 2024, den Fortschritt mit Blick auf die Qualität unseres Onboarding-Prozesses und die Talentbindung zu messen. Dazu gehörten die Evaluierung von Talentmanagement-Initiativen sowie die Analyse der Gründe, warum Talente unser Unternehmen verlassen. Wir überwachen auch die Rate der freiwilligen Fluktuation von High Potentials und Neueinstellungen. Außerdem verfolgen wir, wie oft unser 360-Grad-Feedback-Tool seit seiner Einführung genutzt wurde.

Um unsere Mitarbeitenden kontinuierlich zu befähigen, führen wir Umfragen zum Engagement durch und ermittelten den Engagement-Score, um die Resilienz und Nachhaltigkeit unserer Organisation zu bewerten. Engagement wird als die emotionale und intellektuelle Motivation der Mitarbeitenden definiert, ihr Bestes zu geben und zum Erfolg der Organisation beizutragen. Bei Merck definieren wir Mitarbeitenden-Engagement als eine gegenseitige Vereinbarung zwischen unserer Organisation und den Mitarbeitenden. Darüber hinaus verwenden wir den sogenannten Quality Index Score, um den Fortschritt bei der Gesamtqualität unserer Arbeitskultur zu verfolgen.

Im Rahmen von MyImpact messen wir seit 2023 vierteljährlich feedbackbasierte Kennzahlen. Dazu gehören die Erfassung Performance-Feedback-Nutzerzahlen im jeweiligen Jahr, die Rate der Antworten auf Feedback-Anfragen und den Vergleich zum Vorjahr.

Seit Mitte 2024 erhalten die Personalabteilung und die Führungskräfte alle zwei Wochen einen Bericht vom MyGrowth-Dashboard mit aktuellen Informationen zur Nutzung der Plattform, einschließlich der Anzahl der Nutzenden mit Profilen, in denen die Kompetenzen und die Teilnahme an Mentoringprogrammen angegeben sind.

Die Bewertung unserer High-Impact Culture führt zu einer Reihe von Empfehlungen für die weitere Integration in die Organisation. Die erste Bewertung schlossen wir im 4. Quartal 2024 ab, weitere Anpassungen sind für 2025 geplant.

Tierschutz

Unsere wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen im Zusammenhang mit Tierschutz (G1 SBM-3)

Einen Überblick über die Kriterien, die wir in unserer Wesentlichkeitsanalyse und bei der Identifikation von Risiken und Chancen anwenden, geben wir unter ESRS 2 (IRO-1). Im Rahmen der Wesentlichkeitsanalyse identifizierten wir eine Auswirkung im Zusammenhang mit dem Tierschutz. Unsere Angaben beziehen sich auf die folgende wesentliche Auswirkung:

ESRS G1 SBM-3 – Unsere wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen im Zusammenhang mit Tierschutz

Tierschutz

Kennung

 

G1-NI-01

Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen

 

Tatsächliche negative Auswirkung

Zeithorizont

 

Nicht anwendbar

Wertschöpfungsstufe

 

Vorgelagert; eigenes Geschäft; nachgelagert

Beschreibung

 

Wenn es darum geht, in den verschiedenen Bereichen unseres Unternehmens die Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit unserer Produkte und Prozesse zu gewährleisten, ist die Verwendung von Tieren oft eine regulatorische Anforderung. Die gesetzlich zulässige Verwendung von Tieren wirkt sich teilweise negativ auf die Gesundheit und das Wohlbefinden der Tiere aus, auch wenn sie nur durchgeführt wird, wenn es keine Alternative gibt, sie unvermeidbar ist und unter höchsten Tierschutzstandards erfolgt. Trotz unserer sorgfältigen Vorsichtsmaßnahmen besteht weiterhin das Risiko, dass gegen unsere Policies verstoßen wird, was zu negativen Auswirkungen auf das Wohlergehen der Tiere führen kann, zum Beispiel durch unzureichende Unterbringungsbedingungen, Handhabung oder Studienverfahren.

Unsere Policies im Zusammenhang mit Tierschutz (G1-1)

Unser Ziel ist es, die höchstmöglichen ethischen und Tierschutzstandards für die Unterbringung, Haltung und tierärztliche Betreuung aller Tiere einzuhalten, die wir nutzen. Um die Einhaltung der geltenden Vorschriften zu gewährleisten und Tierschutzaspekte in unser eigenes Geschäft und unsere Lieferkette zu integrieren, haben wir mehrere Policies implementiert. Die Policies werden regelmäßig überwacht und bei Bedarf aktualisiert.

ESRS G1-1 – Merck Animal Science and Welfare Policy

Merck Animal Science and Welfare Policy

Bezug zu wesentlichen Auswirkungen, Risiken und/oder Chancen

 

Kennung G1-NI-01

Wesentlicher Nachhaltigkeitsaspekt

 

Tierschutz

Inhalt

 

Die Policy legt Regeln für Tätigkeiten fest, bei denen Tiere involviert sind, und soll die Einhaltung unseres Verhaltenskodex, interner Standards sowie rechtlicher und ethischer Anforderungen sicherstellen. Sie betont unser Engagement für einen verantwortungsvollen Umgang mit Tieren, die Einhaltung hoher Tierschutzstandards und das Bestreben, Tierversuche durch die Entwicklung tierversuchsfreier Alternativen schrittweise abzuschaffen. Die Policy enthält Vorgaben für die schrittweise Reduzierung der verwendeten Tiere, den Ersatz von Tierversuchen durch alternative Methoden und die Optimierung von Verfahren zur Verbesserung des Tierschutzes. Der konzernweite Tierschutzausschuss (Group Animal Welfare Council) ist für die Überwachung und Kontrolle des Umsetzungsstatus, des Fortschritts und der entsprechenden Kennzahlen der Unternehmensbereiche verantwortlich.

Anwendungsbereich

 

Die Policy gilt konzernweit an allen Standorten und für alle Partner, die Tiere in unserem Auftrag einsetzen.

Verantwortlichkeit

 

Die Leitungen der Unternehmensbereiche, die direkt an den Vorstand berichten.

Standards/Initiativen Dritter

 

Die Policy basiert auf nationalen Gesetzgebungen, der Richtlinie 2010/63/EU, dem Europäischen Übereinkommen zum Schutz der für Versuche und andere wissenschaftliche Zwecke verwendeten Wirbeltiere (SEV 123 – Anhang A) sowie den Leitlinien des Institute for Laboratory Animal Research (ILAR).

Berücksichtigung Interessen von Interessenträgern

 

Bei der Erstellung der Policy beteiligten wir die relevanten internen Stakeholder, darunter die Vertretungen der Unternehmensbereiche in der Arbeitsgruppe zur Tierschutzstrategie sowie dem konzernweiten Tierschutzausschuss. Wir streben danach, in der Tierforschung und im Tierschutz führend zu sein und Standards einzuhalten, die über die globalen regulatorischen Anforderungen hinausgehen.

Verfügbarkeit

 

Die Policy ist intern im Intranet und öffentlich auf unserer Website verfügbar.

ESRS G1-1 – Verhaltenskodex für Lieferanten

Verhaltenskodex für Lieferanten

Bezug zu wesentlichen Auswirkungen, Risiken und/oder Chancen

 

Kennung G1-N1-01

Wesentlicher Nachhaltigkeitsaspekt

 

Tierschutz

Inhalt

 

Die Policy beschreibt die Erwartungen an unsere Lieferanten und Sales Intermediates in Bezug auf Menschenrechte, Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, Ethik und Unternehmensintegrität, Umweltschutz, Tierschutz, sowie kontinuierliche Verbesserung und Lieferantenmanagement. Es wurde ein standardisiertes Verfahren eingerichtet, um sicherzustellen, dass unsere Lieferanten die Policy anerkennen. Group Procurement ist dafür verantwortlich, die Nachhaltigkeitsanforderungen in die relevanten Phasen unserer Beschaffungs- und Lieferantenmanagementprozesse zu integrieren. Seit 2023 ist die Policy in den allgemeinen Einkaufsbedingungen enthalten, die unseren Bestellungen beigefügt sind.

Anwendungsbereich

 

Die Policy gilt weltweit für alle unsere Anbieter von Waren und/oder Dienstleistungen („Lieferanten“) sowie für Sales intermediates (zum Beispiel Händler, Vertriebspartner, Großhändler und Wiederverkäufer).

Verantwortlichkeit

 

Chief Procurement Officer und Group General Counsel

Standards/Initiativen Dritter

 

Die Policy berücksichtigt unter anderem den UN Global Compact, die UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte, die ILO-Kernarbeitsnormen, die EU-Konfliktmineralienverordnung (EU) 2017/821, den Dodd-Frank Wall Street Reform and Consumer Protection Act, Abschnitt 1502, den OECD-Leitfaden für die Erfüllung der Sorgfaltspflicht zur Förderung verantwortungsvoller Lieferketten für Minerale aus Konflikt- und Hochrisikogebieten, das Greenhouse Gas Protocol, die ISO-Norm 50001 über Energiemanagement, das Minamata-Übereinkommen, das Stockholmer-Übereinkommen über persistente organische Schadstoffe (POP), die Ellen-MacArthur-Foundation, das Basler-Übereinkommen über die Kontrolle der grenzüberschreitenden Verbringung gefährlicher Abfälle und ihrer Entsorgung, die ETS123 Anhang A und die aktuelle Fassung des ILAR-Leitfadens.

Berücksichtigung Interessen von Interessenträgern

 

Die Policy wurde unter Berücksichtigung der Interessen von internem und externem Stakeholder und Fachleute entwickelt.

Verfügbarkeit

 

Die Policy ist intern im Intranet und öffentlich auf unserer Website verfügbar. Grundsätzlich wird in unseren Bestellungen über einen Link zu den Allgemeinen Einkaufsbedingungen auf die Policy verwiesen; sie wird auch in neue oder geänderte Verträge aufgenommen.

ESRS G1-1 – Management of Animal Using Contracting Partners

Management of Animal Using Contracting Partners

Bezug zu wesentlichen Auswirkungen, Risiken und/oder Chancen

 

Kennung G1-N1-01

Wesentlicher Nachhaltigkeitsaspekt

 

Tierschutz

Inhalt

 

Die Policy definiert die Anforderungen an diejenigen Vertragspartner, die Tiere für unsere Unternehmensbereiche, unsere Tochtergesellschaften und verbundenen Unternehmen verwenden. Sie soll sicherstellen, dass nur qualifizierte Vertragspartner beauftragt werden und somit die Einhaltung externer Vorschriften und interner Standards bei der Versuchstierkunde und dem Tierschutz gewährleistet wird. Das Arbeiten mit lebenden Tieren darf nur an Vertragspartner vergeben werden, die von qualifizierten Prüfern nach unserem entsprechenden Trainings- und Qualifikationsprozess geschult wurden. Die Umsetzung stellt die Animal-Using-Vendor Management-Einheit sicher. Alle Tierversuche bei Lieferanten und Zulieferern, die in unserem Auftrag durchgeführt werden, müssen von unabhängigen, multidisziplinären, sektorübergreifenden Merck Animal Usage Review (MAUR) Boards genehmigt werden.

Anwendungsbereich

 

Die Policy gilt konzernweit für alle Unternehmensbereiche und Konzernfunktionen sowie regelt jegliche Arbeit an lebenden Tieren, die – in unserem Auftrag oder von uns finanziert – von Geschäftspartnern durchgeführt werden. Dies umfasst Lieferanten, Zulieferer und unsere Kooperationspartner, akademische Partner, Auftragsforschungsinstitute (Contract Research Organizations – CRO), Züchter und Dienstleister. All diese werden als Animal Using Contracting Partners (AUCPs) definiert und umfassen alle Auftragsarbeiten.

Verantwortlichkeit

 

Das Senior Management der Konzernfunktionen oder des Unternehmens ist für das Management der AUCPs verantwortlich.

Standards/Initiativen Dritter

 

Keine

Berücksichtigung Interessen von Interessenträgern

 

Bei der Erstellung und Überprüfung der Policy haben wir interne Stakeholder und Experten einbezogen.

Verfügbarkeit

 

Die Policy ist intern im Intranet verfügbar.

ESRS G1-1 – Corporate Sustainability, Quality and Trade Compliance Audit Management

Corporate Sustainability, Quality and Trade Compliance Audit Management

Bezug zu wesentlichen Auswirkungen, Risiken und/oder Chancen

 

Kennung G1-N1-01

Wesentlicher Nachhaltigkeitsaspekt

 

Tierschutz

Inhalt

 

Ziel dieser Policy ist es, übergreifende Governance-Vorgaben für das Auditmanagement (interne und externe Anbieter/Partneraudits) und die damit verbundenen Prozesse und deren Durchführung innerhalb der Unternehmensfunktion Corporate Sustainability, Quality and Trade Compliance bereitzustellen. Die Policy beschreibt den Prozess der Auditvorbereitung und ermöglicht es allen Prüfern, Audits in einem harmonisierten Ansatz durchzuführen. Die Überwachung des Auditmanagement-Prozesses erfolgt durch festgelegte Leistungskennzahlen und einen Mechanismus zur Leistungsüberwachung und -berichterstattung.

Anwendungsbereich

 

Die Policy gilt für die Unternehmensfunktion Corporate Sustainability, Quality and Trade Compliance.

Verantwortlichkeit

 

Die Führungskräfte der Konzernfunktionen oder -geschäfte sind für die Umsetzung der Richtlinie verantwortlich. Ausgewählte Prüfer sind für die Überwachung der Policy und der damit verbundenen Maßnahmen verantwortlich.

Standards/ Initiativen Dritter

 

Keine

Berücksichtigung Interessen von Interessenträgern

 

Bei der Erstellung und Überprüfung der Policy haben wir interne Stakeholder und Experten einbezogen.

Verfügbarkeit

 

Die Policy ist intern im Intranet verfügbar.

ESRS G1-1 – Group Procedure Animal Affairs Incident Management

Group Procedure Animal Affairs Incident Management

Bezug zu wesentlichen Auswirkungen, Risiken und/oder Chancen

 

Kennung G1-N1-01

Wesentlicher Nachhaltigkeitsaspekt

 

Tierschutz

Inhalt

 

Die Policy beschreibt die Maßnahmen, die bei einem Ereignis zu ergreifen sind, das die Gesundheit und das Wohlergehen von Tieren oder das durch die Tierarbeit angestrebte Ergebnis beeinträchtigen könnte. Diese Vorfälle müssen der Unternehmensfunktion Animal Affairs zur Überwachung gemeldet werden. Die Einhaltung der in der Policy beschriebenen Prozesse sorgt für Transparenz bei internen oder externen Tierschutzvorfällen weltweit und stellt sicher, dass Maßnahmen ergriffen werden, die dazu dienen, jegliche vermeidbaren Schmerzen, Leiden oder ein erneutes Auftreten des Ereignisses zu verhindern.

Anwendungsbereich

 

Die Policy gilt konzernweit für alle Standorte, die an der Verwendung von Tieren beteiligt sind. Sie gilt für alle Situationen im Zusammenhang mit Qualität, Wirksamkeit, Sicherheit oder Compliance-Bedenken bei der Verwendung oder Haltung von Tieren oder Dienstleistungen mit Tieren.

Verantwortlichkeit

 

Der lokale Tierschutzbeauftragte ist für interne Vorfallberichte und der globale Tierschutzbeauftragte für externe Vorfallberichte verantwortlich.

Standards/Initiativen Dritter

 

Die Policy basiert auf nationalen Gesetzgebungen, der EU-Richtlinie 2010/63/EU, dem Europäischen Übereinkommen zum Schutz der für Versuche und andere wissenschaftliche Zwecke verwendeten Wirbeltiere (SEV 123 – Anhang A) sowie den Leitlinien des Institute for Laboratory Animal Research (ILAR).

Berücksichtigung Interessen von Interessenträgern

 

Bei der Erstellung der Policy berücksichtigten wir die Interessen der oben genannten Aufsichtsbehörden.

Verfügbarkeit

 

Die Policy ist intern im Intranet verfügbar und wird zusätzlich Lieferanten und Dienstleistern als Auszug zur Verfügung gestellt.

Im Jahr 2020 haben wir die Animal Affairs Academy gegründet, um unseren Mitarbeitenden Schulungen und Weiterbildungen zu Versuchstierkunde und Tierschutz anzubieten. Wir bieten interne und externe Kurse zu Tierschutz sowie Versuchstierkunde an und beaufsichtigen und begleiten Trainings für die Belegschaft zur praktischen Arbeit mit Tieren sowie zu geltenden Regeln und Vorschriften. Dazu gehört auch der Umgang mit tierschutzbezogenen Vorfällen. Wir haben eine interne Webinar-Reihe mit dem Titel „Let’s talk Animal Affairs“ ins Leben gerufen, um das Thema Tierschutz transparent und offen mit unseren Mitarbeitenden zu diskutieren. Informationen zu Schulungen und Webinaren sind in unserem Intranet verfügbar und werden auch über einen Newsletter verbreitet. Wir wollen sicherstellen, dass Mitarbeitende, die an Tätigkeiten mit Tieren beteiligt sind, regelmäßige und geeignete Schulungen und Weiterbildungen erhalten. Der spezifische Schulungsbedarf (Trainingsdauer pro Thema und Jahr) für jede Rolle, die mit Tieren arbeitet oder mit Tieren zu tun hat, ist in unserem Group Procedure on Animal Science & Welfare Training festgelegt.

Durch unser 2022 ins Leben gerufenes Vivarium-Rotationsprogramm können zwei Mitarbeitende einzelner Vivarien jedes Jahr ein anderes Vivarium besuchen, um Wissen und Best Practices auszutauschen. Um den regelmäßigen Dialog auch außerhalb des Programmzeitraums zu fördern, haben wir die Vivarium-Rotationsprogramm-Community gegründet; sie trifft sich einmal im Quartal und tauscht sich über Erkenntnisse aus, die sie während der Besuche gewonnen hat.

Unsere Maßnahmen im Zusammenhang mit Tierschutz (G1 MDR-A)

Unsere Maßnahmen im Zusammenhang mit Tierschutz folgen unserer Animal Science and Welfare Policy. Unser langfristiges Ziel ist es, eine Vorreiterrolle beim Ausstieg aus der Arbeit mit Tieren einzunehmen. Bis dieses Ziel erreicht ist, wenden wir hohe ethische und tierschutzbezogene Standards in Bezug auf Qualität, Unterbringung, Haltung und tierärztliche Versorgung für alle Tiere in unserem Einflussbereich an. Dabei orientieren wir uns an den artspezifischen Bedürfnissen der Tiere, mit denen wir arbeiten. Wir ersetzen Tierversuche, wann immer es möglich ist, durch alternative Methoden, die dem 4R-Prinzip folgen (siehe unten). Bei allen Arbeiten im Unternehmen oder in unserem Auftrag, bei denen Tiere zum Einsatz kommen, reduzieren wir schrittweise den Einsatz der Tiere und verbessern unsere Prozesse, um das Tierwohl zu erhöhen und die Belastung zu reduzieren.

4R-Aktivitäten

Wir bekennen uns zum international anerkannten 3R-Prinzip für Tierversuche und haben – im Einklang mit den von David DeGrazia und Tom Beauchamp 2019 in den Principles of Animal Research Ethics veröffentlichen ethischen Grundsätzen – Responsibility (Verantwortung) als vierten Tierschutzgrundsatz hinzugefügt:

  • Replacement (Ersatz) – Ersatz von Tierversuchen durch tierfreie Methoden.
  • Reduction (Reduzierung) – Einsatz von möglichst wenig Tieren.
  • Refinement (Verbesserung) – Minimierung von Stress und Leid vor, während und nach den Versuchen.
  • Responsibility (Verantwortung) – Verantwortung wahrnehmen und umsetzen für alle Tiere, die intern oder in unserem Auftrag eingesetzt werden.

Replacement als Teil unserer 4R-Aktivitäten

Mit unserem 3-Basket-Ansatz haben wir eine Methode zur Erstellung eines Fahrplans für den gesamten Konzern entwickelt, um schrittweise auf Tierversuche zu verzichten. Der Ansatz unterteilt alle Tierversuche in drei verschiedene Kategorien: (1) die Umsetzung von bereits verfügbaren tierversuchsfreien Alternativen, einschließlich solcher die in einigen Ländern noch zur Zulassung von Arzneimitteln und Chemikalien verpflichtend sind; (2) Investitionen in Projekte zur Neuentwicklung von Alternativmethoden und (3) Investitionen in die Verbesserung aller Tierversuche, für die es derzeit keinen Ansatz zur Erforschung von innovativen Alternativen gibt. Im Berichtsjahr beschloss der Group Animal Welfare Council die Anwendung des 3-Basket-Ansatzes auf Konzernebene. Unsere für Tierversuche zuständigen Funktionen ordneten die Tierversuche den drei Kategorien zu. Darüber hinaus startete unser Unternehmensbereich Life Science ein Projekt zur Zuordnung aller Produkte tierischen Ursprungs. Auch legten wir im Jahr 2024 unseren Fahrplan für den schrittweisen Verzicht auf Tierversuche fest und definierten wichtige Leistungsindikatoren.

Außerdem stellten wir die Methode dem Research Animal Welfare Network sowie der Preclinical Experts Development Group der European Federation of Pharmaceutical Industry Association (EFPIA) vor, wo sie offiziell als gemeinsamer Ansatz angenommen wurde. Darüber hinaus erhielten wir positives Feedback von der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) zu diesem Ansatz. Auch präsentierten wir die Methode und den Fahrplan auf der zweiten Konferenz der Europäischen Kommission zur Entwicklung einer Roadmap zur Abschaffung von Tierversuchen und erhielten positives Feedback von Behörden, politischen Entscheidungs-trägern, Verbänden sowie nichtstaatlichen Organisationen. Wir setzen die Zusammenarbeit mit der EFPIA und der EMA bei der Umsetzung unseres 3-Basket-Ansatzes fort. Die Methode wird in allen Unternehmensbereichen umgesetzt. Um eine effektive Integration zu gewährleisten, müssen wir mit den relevanten Stakeholdergruppen entlang unserer vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette aktiv zusammenarbeiten. Der 3-Basket-Ansatz dient als Grundlage für die Entwicklung langfristiger Pläne und als Orientierungshilfe für Investitionsentscheidungen, die auf eine tierversuchsfreie Forschung abzielen. Dieser Ansatz spiegelt unser Engagement für ethische und nachhaltige Alternativen im Einklang mit unseren strategischen Zielen wider.

Im Rahmen unseres Biokonvergenzprojekts wollen wir die Übertragbarkeit von Arzneimitteltests drastisch verbessern – damit klinische Studien schneller, kostengünstiger und patientenorientierter durchgeführt werden können. Wir entwickeln Modelle, die künstliche Intelligenz und Informationstechnologie sowie von Menschen gewonnene Zellen und Gewebe kombinieren, und wenden dabei die neuesten Mikrofluidik- und Chip-Technologien an. Die angestrebten Innovationen können unsere eigene Arzneimittelentwicklung beschleunigen, gleichzeitig auf dem entstehenden Markt für Alternativen vertrieben werden und so den Ausstieg aus Tierversuchen in Industrie und Wissenschaft unterstützen. Tiermodelle waren oft nicht ausreichend, wenn es darum ging, zuverlässig vorherzusagen, was beim Menschen oder in der Umwelt geschehen würde. Die Entwicklung von Wissenschaft, Informationstechnologie, einschließlich künstlicher Intelligenz, und Biotechnologie hat möglicherweise einen Punkt erreicht, an dem ihre kombinierte Anwendung den Wert von Tierversuchen in vielen Bereichen übertreffen könnte. Als neue Disziplin kombiniert die Biokonvergenz Werkzeuge, um die Gesamtheit der verfügbaren Daten mit den fortschrittlichsten Technologien zu verstehen und eine Lösung für das Problem der Vorhersage klinischer Ergebnisse zu finden. Die erforderlichen Investitionen sind zweigeteilt und gestaffelt: Zunächst müssen wir uns umgehend mit den Gesundheitsanforderungen von Labortieren befassen, damit die gewonnenen Daten zumindest für die untersuchten Arten und Bedingungen aussagekräftig sind. Mittel- bis langfristig müssen wir außerdem die verfügbaren Daten und Technologien nutzen sowie neue Wege bei der Beantwortung der Frage zu erforschen, ob ein Arzneimittel oder eine Chemikalie bei Patienten oder in der Umwelt wirksam und sicher ist. Beides ist unsere ethische Verpflichtung gegenüber Patienten und Tieren sowie eine zwingende wirtschaftliche Notwendigkeit für eine nachhaltige Zukunft der Pharmaindustrie weltweit. Das Biokonvergenzprojekt wird global in allen Unternehmensbereichen und in der nachgelagerten Wertschöpfungskette angewendet. Das Projekt soll Kunden, Wissenschaftler und internen Forschungsinitiativen Vorteile bieten und Innovationen sowie die Zusammenarbeit in unseren Unternehmensbereichen fördern. Es ist ein langfristiges Engagement für eine kontinuierliche Entwicklung ohne festgelegtes Abschlussdatum.

Mithilfe unseres Mitte 2023 genehmigten ViA-Projekt wollen wir für die gesetzlich vorgeschriebene Qualitätskontrolle bei der Chargenfreigabe unserer Hormonarzneimittel von Tierversuchen auf Zellkulturverfahren umsteigen. Das Projekt ist entscheidend, wenn es darum geht, Tierversuche zu reduzieren – mit dem Ziel, in der biologischen Qualitätskontrolle ab 2032 keine Tiere mehr zu verwenden. Die größte Herausforderung besteht darin, die Akzeptanz bei den zuständigen Behörden weltweit zu erreichen. Wir wenden das ViA-Projekt global in unseren eigenen Geschäftstätigkeiten im Unternehmensbereich Healthcare an und involvieren interne Stakeholder.

Darüber hinaus arbeiten wir daran, fötales Kälberserum (FBS), das von Kälberföten in Schlachthöfen gewonnen wird, zu ersetzen. FBS setzt sich aus verschiedenen Wachstumsfaktoren und Nährstoffen zusammen und birgt ein Risiko für virale Kontamination. Es wird häufig für Zellkulturanwendungen in der akademischen und industriellen Forschung sowie für die Herstellung vieler biologischer Produkte, die in Zellen produziert werden – wie Impfstoffe oder therapeutische Antikörper – verwendet. Aufgrund der bekannten ethischen, wissenschaftlichen und sicherheitsrelevanten Bedenken setzten wir unsere Forschung fort, um alternative, tierfreie Medien zu entwickeln, und veröffentlichten im 2024 erste Ergebnisse. Wir testen weiterhin die spezifischen Anforderungen von Zellen, um geeignete Medien für die vorherrschenden Zelllinien in unserer Forschung und Entwicklung sowie in der Fertigung zu entwickeln, und planen, diese Medien für unsere Kunden im Unternehmensbereich Life Science zu kommerzialisieren. Diese globale Initiative wird in allen Unternehmensbereichen und entlang der gesamten nachgelagerten Wertschöpfungskette umgesetzt. Der Ansatz soll Kunden, externen Forschenden und unseren internen Forschungsinitiativen zugutekommen sowie Innovationen und Fortschritte mit tierfreien Methoden vorantreiben. Für das Projekt zum Ersetzen von FBS haben wir kein Enddatum festgelegt. Es gilt als fortlaufend und zeigt unser langfristiges Engagement für eine kontinuierliche Entwicklung.

Reduction als Teil unserer 4R-Aktivitäten

Mit unserem VICT3R-Projekt wollen wir toxikologische Studien revolutionieren, indem wir bis zu 25 % der in Experimenten verwendeten Tiere durch virtuelle Kontrollgruppen (Virtual Control Groups, VCG) ersetzen. Damit setzen wir neue Standards für ethische Forschung. Dieses Projekt wurde von den Gesundheitsbehörden (der EMA und der U.S. Food and Drug Administration, FDA) befürwortet und soll in den kommenden Jahren schrittweise implementiert werden. Das VICT3R-Projekt wird weltweit im Unternehmensbereich Healthcare umgesetzt und ist für die Pharma-, Life-Science- und Chemieindustrie konzipiert. Es setzt neue ethische Standards und fördert Innovationen in Forschungspraktiken.

Refinement als Teil unserer 4R-Aktivitäten

Im Jahr 2024 haben wir in allen unseren Vivarien den Übergang zu einem nicht-aversiven Umgang mit Nagetieren umgesetzt und in unseren lokalen Standardarbeitsanweisungen beschrieben. Das Ziel ist es, unnötige Schäden und Stress für die Tiere zu vermeiden. Darüber hinaus definierten wir artenspezifische Bedürfnisse und damit verbundene Haltungsanforderungen, gefolgt von der Implementierung individueller Haltungslösungen, um hohe Standards für die Sicherheit und das Wohlergehen der Tiere zu gewährleisten. Die Umsetzung verbesserter Haltungsbedingungen ist fortlaufend und wir bemühen uns weiterhin, den Tierschutz in unseren Geschäftsaktivitäten zu verbessern. Die Maßnahmen setzen wir weltweit in all unseren Vivarien um.

Responsibility als Teil unserer 4R-Aktivitäten

Der Kern unserer Verantwortung besteht darin, für alle Tiere in unserem Einflussbereich die höchsten ethischen und Tierschutzstandards zu gewährleisten (abgedeckt durch die 3R) und eine Kultur der Fürsorge (Culture of Care) für unsere Mitarbeitenden zu schaffen, die mit Tieren arbeiten.

Im Berichtsjahr trieben wir verantwortungsvolle Tierschutzpraktiken durch die Arbeit an operativen Zielen, Schulungen und Akkreditierungen voran. Wir organisierten den Global Animal Technician Recognition Day, der im 1. Quartal 2024 zum zweiten Mal stattfand. Darüber hinaus führten wir im 3. Quartal 2024 eine „Culture of Care“-Umfrage durch, um die Stimmung in den Vivarien und bei den Personen, die mit Tierarbeit verbunden sind, zu ermitteln. Darüber hinaus genehmigte der Group Animal Welfare Council die definierten Leistungskennzahlen.

Im Berichtsjahr erhielten alle unsere Tierhaltungsanlagen eine Akkreditierung von der Association for Assessment and Accreditation of Laboratory Animal Care (AAALAC). Sie steht für ein qualitativ hochwertiges Programm zur Pflege und Nutzung von Tieren und für die Verpflichtung, eine qualitativ hochwertige und humane Tierhaltung zu gewährleisten.

Unsere Animal Affairs Academy stellt Schulungen und Workshops für die Mitarbeitenden, die mit Tieren arbeiten, zur Verfügung. So wollen wir sicherstellen, dass sie im Einklang mit unseren ethischen Standards und operativen Zielen handeln. Im Jahr 2024 führte die Animal Affairs Academy mehr als 112 Schulungen und Workshops zum Thema Tierversuche durch. Weitere Informationen zu unseren Schulungsinitiativen und spezifischen Anforderungen finden sich im Abschnitt „Unsere Policies im Zusammenhang mit Tierschutz (G1-1)“.

Alle Maßnahmen, die im Rahmen unseres Responsibility-Ansatzes durchgeführt werden, gelten weltweit für alle Unternehmensbereiche; sie finden kontinuierlich statt und haben kein festgelegtes Abschlussdatum. Die Maßnahmen sind entscheidend, wenn es darum geht, Verantwortung zu fördern und eine kontinuierliche Verbesserung des ethischen Verhaltens bei der Arbeit mit Tieren voranzutreiben. Die Leitlinien und Programme der Animal Affairs Academy sorgen für ein einheitliches Verständnis im Unternehmen.

Im Jahr 2024 ordneten wir den Maßnahmen zu den 4R-Aktivitäten keine signifikanten betrieblichen Aufwendungen (OpEx) oder Investitionsausgaben (CapEx) zu. Für 2025 planen wir 4 Mio. € OpEx und keine signifikanten CapEx bereitzustellen.

Audits zu Tierwissenschaften und Tierschutz

Unser Ziel ist es, Transparenz zu gewährleisten, die Verantwortung für Tierversuche sicherzustellen und die hohen Tierschutzstandards einzuhalten. Ein wesentlicher Bestandteil unserer Strategie ist deshalb die Qualifizierung aller Anbieter, die in unserem Auftrag mit Tieren arbeiten. Wir erreichen dies durch einen strengen Qualitätssicherungsprozess, der auf unserem etablierten Audit-Rahmenwerk sowie einem umfassenden Programm zur Schulung und Qualifizierung von Auditoren basiert. Unsere eigenen Vivarien werden alle drei Jahre durch Corporate Animal Affairs auditiert. Diesem Turnus entsprechend fanden im Jahr 2024 keine Audits in unseren Vivarien statt. Bei Vertragspartnern, die Tiere verwenden, wurden im Berichtsjahr 34 Audits durchgeführt. Die regelmäßig durchgeführten Audits spiegeln unser Engagement für die Einhaltung von Vorschriften und für herausragende Tierschutzpraktiken wider.

Darüber hinaus stärkten wir die Aufsichtsfunktion von Corporate Animal Affairs weiter, indem wir regelmäßige tierärztliche Inspektionen aller unserer Vivarien weltweit durchführten und die Meldung von Vorfällen im Bereich Tierwissenschaft und Tierschutz sowohl intern als auch extern überwachten.

Im Jahr 2024 ordneten wir den Maßnahmen in Bezug auf Audits zu Tierwissenschaften und Tierschutz keine signifikanten betrieblichen Aufwendungen (OpEx) oder Investitionsausgaben (CapEx) zu. Für 2025 planen wir ebenfalls kein signifikantes OpEx oder CapEx bereitzustellen.

Arbeit mit Ausschüssen und Verbänden

Wir beteiligen uns an zahlreichen Organisationen und Initiativen, etwa als Vice Chair des Research Animal Welfare Network der European Federation of Pharmaceutical Industry Association (EFPIA) und bei Interpharma, einem Verband forschender pharmazeutischer Unternehmen in der Schweiz. Gemeinsam mit ausgewählten Mitgliedsunternehmen führt die Auditgruppe der Animal Welfare Working Group von Interpharma Audits bei Auftragsforschungsinstituten und Tierzuchtbetrieben durch.

Zusätzlich sind wir in der Association for Assessment and Accreditation of Laboratory Animal Care (AAALAC) International aktiv. Diese private, gemeinnützige Organisation fördert die achtsame Behandlung von Tieren in der Wissenschaft durch freiwillige Akkreditierungs- und Bewertungsprogramme. Seit 2024 vertritt unser Mitarbeiter die EFPIA als Delegierter der Mitgliedsorganisation. Wir unterstützen weiterhin die Europäische Partnerschaft für alternative Ansätze zu Tierversuchen (EPAA) und beteiligen uns in deren Arbeitsgruppen zur Entwicklung von Tierversuchsalternativen. 2022 haben wir mit der Marseille Declaration die erste gemeinsame Erklärung der Pharmaindustrie zu Tierhaltung und -nutzung initiiert. In dieser Erklärung legen die unterzeichnenden Unternehmen ihre Erwartungen an Tierschutzpraktiken dar, die an ihren eigenen Standorten und von externen Partnern weltweit angewendet werden sollen, wenn lebende Tiere in ihrem Auftrag für Studien verwendet werden. Sie soll den Dialog zwischen diesen Unternehmen fördern, getreu dem Motto „Bei der Verbesserung des weltweiten Tierschutzes sind wir keine Konkurrenten“. Gemeinsam mit den Erstunterzeichnern Novartis, Sanofi und Novo Nordisk bilden wir die Lenkungsgruppe der Marseille Declaration, deren Vorsitz wir im Jahr 2024 innehatten. Im Jahr 2024 hatten elf Unternehmen die Marseille Declaration unterzeichnet. Darüber hinaus beteiligen wir uns am Germany REACH Roundtable – Industry, der von der Humane Society International geleitet wird. Dessen Ziel es ist, die Anzahl der in der Chemikalienprüfung verwendeten Tiere zu reduzieren. Unsere Zusammenarbeit mit Ausschüssen und Verbänden ist fortlaufend und hat kein festes Abschlussdatum.

Im Jahr 2024 ordneten wir den Maßnahmen in Bezug auf die Arbeit mit Ausschüssen und Verbänden keine signifikanten betrieblichen Aufwendungen (OpEx) oder Investitionsausgaben (CapEx) zu. Für 2025 planen wir ebenfalls kein signifikantes OpEx oder CapEx bereitzustellen.

Unsere Ziele im Zusammenhang mit Tierschutz (G1 MDR-T)

Unser Ziel ist es, die Arbeit mit Tieren schrittweise einzustellen und dabei hohe global geltende ethische und Tierschutzstandards einzuhalten. Diese Verpflichtung umfasst die Sicherstellung von Qualität, Unterbringung, Haltung und tierärztlicher Versorgung für alle Tiere in unserem Einflussbereich. Im Jahr 2024 trieben wir verantwortungsvolle Tierschutzpraktiken durch die Arbeit an operativen Zielen, Schulungen und Akkreditierungen voran. Unsere Bildungsinitiativen boten unseren Mitarbeitenden zahlreiche Schulungen und Workshops zu Tierwissenschaft und Tierschutz an. Bis Ende 2024 erhielten alle unsere Tierhaltungsanlagen die AAALAC-Akkreditierung, was die Einhaltung anerkannter globaler Standards für die Tierpflege bestätigt.

Im Berichtsjahr definierten wir in Bezug auf den Tierschutz keine quantitativen, messbaren Ziele, die terminiert und ergebnisorientiert sind. Unser Ansatz konzentrierte sich darauf, die Anzahl der verwendeten Tiere durch eine Reihe von unternehmensspezifischen Maßnahmen und umfassende Bewertungsprozesse zu überwachen.

Darüber hinaus erzielten wir erhebliche Fortschritte bei der Umsetzung unserer 4R-Prinzipien. Wir entwickelten einen Fahrplan für die schrittweise Abschaffung von Tierversuchen und legten Leistungskennzahlen fest, die unseren Fortschritt leiten und messen sollen. Ab 2025 werden wir die folgenden Leistungskennzahlen messen: den Prozentsatz der Tierversuche und Produkte, die erfolgreich nach dem 3-Basket-Ansatz klassifiziert wurden, sowie die Anzahl der Tierversuche und Produkte tierischen Ursprungs, die im Vergleich zum Jahr 2021 – dem Startjahr der Ersatzinitiative – erfolgreich ersetzt wurden. Darüber hinaus werden wir die Reduzierung der Anzahl der für Test- und Produktionszwecke verwendeten Tiere messen. In Bezug auf das Tierwohl werden wir den Prozentsatz der Tiere, die mit nicht-aversiven Techniken behandelt werden, sowie den Prozentsatz der Tiere, die unter Bedingungen gehalten werden, die ihren artspezifischen Bedürfnissen über die gesetzlichen Anforderungen hinaus gerecht werden, bewerten. Im Rahmen unserer 4R-Initiativen zum Thema Verantwortung werden wir ab 2025 Nachweise für die Priorisierung der Vermeidung von Schmerzen und Leiden bei Tieren sowie Beispiele für die Förderung der 4R über die Unternehmensgrenzen hinweg messen.

Unsere Kennzahlen im Zusammenhang mit Tierschutz (G1 MDR-M)

Die unten aufgeführten Kennzahlen sind Teil unserer unternehmensspezifischen Kennzahlen; dazu gehören die Gesamtzahl der im Unternehmen für Tests oder die Herstellung von Produkten tierischen Ursprungs verwendeten Tiere sowie die Aufschlüsselung nach den Unternehmensbereichen Life Science, Healthcare und Electronics. Wir überwachen die prozentualen Veränderungen bei der Verwendung von Tieren im Jahresvergleich, um Trends im Laufe der Zeit zu erkennen. Darüber hinaus unterscheiden wir zwischen intern und extern verwendeten Tieren und kategorisieren diese weiter nach Arten. Dazu gehört die Angabe der prozentualen Anteile von Nagetieren (Mäuse, Ratten, Hamster und Meerschweinchen) und Nicht-Nagetieren (zum Beispiel Kaninchen, Hunde, Minischweine und nichtmenschliche Primaten). Für den Unternehmensbereich Life Science berichten wir zudem jährlich die Anzahl der verwendeten Tiere im Verhältnis zu den Life-Science-Umsatzerlösen (relativer Wert), da dort häufig tierbezogene Aktivitäten im Auftrag unserer Kunden durchgeführt werden. Im Unternehmensbereich Healthcare hingegen sind Tierversuche gesetzlich vorgeschrieben, wo sie dazu dienen die Sicherheit und Wirksamkeit von Arzneimitteln in der Entwicklung oder in der präklinischen Forschung zu bewerten. Die Anzahl der Tiere wird auf Ebene der Unternehmensbereiche erfasst, in interne und externe Daten unterteilt und vierteljährlich von der Animal-Affairs-Funktion überprüft. Die Erhebungen der unten genannten Kennzahlen wurden von keiner externen Stelle gesondert validiert.

ESRS G1 MDR-M – Unsere Kennzahlen im Zusammenhang mit Tierschutz

Unternehmensspezifische Kennzahlen

 

2024

Gesamtzahl der verwendeten Tiere

 

130.135

Anteil der intern verwendeten Tiere (in %)

 

83

Anteil der extern verwendeten Tiere (in %)

 

17

Anteil der Nicht-Nagetiere (in %)

 

2

Anteil der Nagetiere (in %)

 

98

Gesamtzahl der bei Life Science verwendeten Tiere

 

73.291

Relativer Wert für Life Science (Gesamtzahl der verwendeten Tiere/Mio. € Umsatzerlöse)

 

8,2

Gesamtzahl der bei Healthcare verwendeten Tiere

 

56.844

Gesamtzahl der bei Electronics verwendeten Tiere

 

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